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Lauterbach rechnet mit weiteren Einschränkungen

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach rechnet mit Blick auf die neue Virusvariante erneut mit weitergehenden Einschränkungen.

«Tatsächlich ist das Infektionsgeschehen aggressiver als gedacht», sagte er in den ARD-«Tagesthemen» am Freitagabend. Zwar hätten die Maßnahmen gewirkt, die Kontakte gingen etwas zurück. «Aber es ist noch nicht da, wo es sein müsste, und es wird auf jeden Fall notwendig werden, dass wir nachschärfen, davon gehe auch ich aus.»

Lauterbach sagte weiter: «Was insbesondere große Probleme macht, ist tatsächlich, dass die Kontrollen von 2G und 2G-plus überhaupt nicht angemessen stattfinden.» Zudem gebe es nach wie vor zu viele große Veranstaltungen. «Und es sind aber gerade diese großen Veranstaltungen und auch die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen.»

Dass die im Süden Afrikas aufgetauchte, möglicherweise gefährliche Variante B.1.1.529 auch Deutschland erreichen könnte, bereitet Lauterbach große Sorgen. Wenn das passieren würde, dann hätten wir ein riesiges Problem. «Denn es ist nichts schlimmer, als eine besonders gefährliche Variante in eine laufende Welle hineinzubekommen.» Die Variante scheine für Geimpfte und Ungeimpfte gefährlich zu sein. «Daher müssen wir mit Reisebegrenzungen hier arbeiten, hier zählt wirklich jeder Tag, der gewonnen werden kann, bis diese Variante kommt.»

Lauterbach betonte, die Booster-Impfungen würden auch vor dieser Variante schützen, weil der Boostereffekt so enorm stark sei. Wenn sich diese Variante aber tatsächlich massiv durchsetzen würde, was man derzeit aber nicht wisse, «dann müsste ein neuer Impfstoff entwickelt werden. Der wäre dann in drei Monaten auf dem Markt».  

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Variante B.1.1.529 am Freitag als «besorgniserregend» eingestuft. Experten befürchten, dass die vielen Mutationen der Variante dazu führen, dass sich der Erreger schneller ausbreitet oder die Impfstoffe ihre Schutzwirkung verlieren. Am Freitag wurde ein erster Fall in Belgien gemeldet.

Quelle: dpa

 

 

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