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Weinstein wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen

Eine Jury aus zwölf Geschworenen hat den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig gesprochen. Nach der Urteilsverkündung wurde der Verurteilte in Handschellen abgeführt. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Urteil im Weinstein-Prozess

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat ein US-Gericht gut zwei Jahre nach dem Start der MeToo-Bewegung durch Vorwürfe gegen Harvey Weinstein den früheren Hollywood-Mogul wegen Sexualverbrechen schuldig gesprochen.

Am Montag wurde der 67-Jährige von zwölf Geschworenen am fünften Tag ihrer Beratungen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung an zwei Frauen verurteilt. Nicht schuldig sei er aber in den beiden schwersten Anklagepunkten des "raubtierhaften sexuellen Angriffs" sowie einem noch schwereren Vorwurf bezüglich Vergewaltigung.

Weinstein drohen bis zu 25 Jahre Haft. Äußerlich teilnahmlos soll er das Urteil hingenommen haben. Wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt, habe er seinem Anwalt Aidala zufolge gesagt: "Ich bin unschuldig. Wie kann so etwas in Amerika passieren?"

 

Krankenhaus statt Gefängnis

Nach der Urteilsverkündung wurde Weinstein in Handschellen abgeführt. Er muss bis zur Verkündung des Strafmaßes am 11. März im Gefängnis bleiben. Aufgrund von Schmerzen in der Brust und zu hohen Blutdrucks wurde er aber nicht wie zunächst geplant in das berüchtigte Gefängnis Rikers Island auf einer Insel vor New York gebracht, sondern in ein Krankenhaus eingeliefert. Dies berichteten laut dpa US-Medien unter Berufung auf Weinsteins Team. Sind die Untersuchungen abgeschlossen soll er ins Gefängnis überführt werden.

Weinsteins Anwalt kündigte an, in Berufung gehen zu wollen. Dabei könnten sie beispielsweise die Rolle der Jury oder des Richters ins Visier nehmen und das Verfahren als voreingenommen darstellen.

 

"Neue Ära der Justiz"

Der Prozess gilt als Meilenstein der MeToo-Ära, die von dem Fall ausgelöst wurde. Nach dem Schuldspruch gegen Weinstein wegen Sexualverbrechen haben Schauspielerinnen und Frauenrechtlerinnen das Urteil gefeiert. Damit sei eine "neue Ära der Justiz" eingeleitet worden, sagte Tina Tchen, Präsidentin der Stiftung "Time's Up", die gegen sexuelle Belästigung kämpft. Dennoch beklagen 23 Frauen, die Weinstein sexuelle Übergrifft vorwerfen, darunter die Schauspielerinnen Ashley Judd und Rosanna Arquette, dass Weinstein nicht in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde. 

 

Auch in Los Angeles wegen Vergewaltigung angeklagt

Die juristischen Kämpfe sind für Weinstein nach dem Urteil in New York aber noch lange nicht vorbei. In Los Angeles wurde er ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt. Auch dort könnte es zum Prozess kommen. Davon abgesehen verhandeln seine Anwälte weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit zivilen Klägerinnen um Entschädigungen.

 

Quelle: dpa

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