Grünes Licht für Katastrophenwarnung via Mobilfunk

Nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 war der Ruf nach einem zusätzlichen Warnmittel laut geworden. Mitte Juli 2021 kamen 183 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen in Rheinland-Pfalz. Zukünftig sollen auch Mobilfunknetzte bei Katastrophen zur Warnung eingesetzt werden.

Alarmsystem per Mobilfunk

Die Bundesnetzagentur hat den Weg für die Einführung eins Katastrophenschutz-Alarmsystems per Mobilfunk frei gemacht. Damit können in Zukunft auch die Mobilfunknetze bei Katastrophen und größeren Unglücksfällen zur Warnung der Bevölkerung eingesetzt werden.

 

Smartphones und einfach Handys

Mit dem sogenannten „Cell Broadcast“ können die Behörden allen Handynutzern, die sich grade in einem bestimmten Gebiet befinden, eine Warnung schicken. Die Meldung geht dabei nicht nur an moderne Smartphones raus, sondern auch bei einfachen Handys. Die Richtlinie der Bundesnetzagentur sieht die Cell Broadcasts nicht als Ersatz für Apps wie Katwarn oder NINA, sondern als „zusätzliches Warnmittel“.

 

Warnung unabhängig von Netzbetreiber

Sie schreibt auch vor, dass die Netzbetreiber aller Geräte ansprechen müssen und nicht nur ihre eigenen Kunden. Hat beispielsweise ein Vodafone-Kunde gerade kein Netz, ist aber in Reichweite einer Zelle der Telekom, so erhalt er eine Warnung von diesem Netzbetreiber. Das System funktioniert auch mit ausländischen SIM-Karten.

Für die Umsetzung ist noch kein Termin genannt. Das Verfahren könnte aber nach Einschätzung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ab Ende 2022 genutzt werden.

 

Quelle: dpa

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