Greenpeace-Chefin wechselt ins Auswärtige Amt

Die Chefin der Umweltorganisation Greenpeace, Jennifer Morgan, wird Sonderbeauftragte der Bundesregierung für Klimaschutz.

«Ich kenne weltweit keine zweite Persönlichkeit mit ihrer Expertise, Vernetzung und Glaubwürdigkeit in der internationalen Klimapolitik», sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Mittwoch in Berlin. «Das ist für mich eine Traumbesetzung und ein wichtiges Signal für den internationalen Klimaschutz.» Zuvor hatte das Kabinett einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Die 55-jährige Morgan gilt als erfahrene und international gut vernetzte Klimaexpertin. Die US-Amerikanerin spricht fließend Deutsch, arbeitet nach Greenpeace-Angaben in Amsterdam und lebt in Berlin. Den Angaben zufolge war sie bei jeder internationalen Klimakonferenz seit der ersten 1995 in Berlin dabei. Sie hat unter anderem internationale Beziehungen studiert und für verschiedene Umweltorganisationen und Denkfabriken gearbeitet. Dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, einem Beratergremium der Bundesregierung, gehörte sie ebenfalls an.

Aus der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag kam Kritik. «Es ist bemerkenswert, dass gerade eine grüne Bundesministerin die Grenzen zwischen Staatlichkeit und Lobbyismus so leichtfertig überspringt», erklärte der außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt (CDU). Jetzt werde Baerbock für ihre Klimapolitik wohl kaum noch Gegenwind von Greenpeace und Co erfahren. Zugleich drohe Deutschland aber an Einfluss zu verlieren: «Ich sehe die große Gefahr, dass die deutsche Klimaaußenpolitik gerade gegenüber schwierigen Partnern an Überzeugungskraft verliert, wenn sie nun mit
dem «Greenpeace-Label» versehen ist.»

Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International reagierte gelassen. «Das Ziel ist, im Außenministerium den Klimaschutz voranzubringen. Dazu braucht man Fachleute», sagte der Vorsitzende des deutschen Zweigs der Organisation, Hartmut Bäumer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Quelle: dpa