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Gas-Umlage: Habeck rechnet mit „einigen Hundert Euro pro Haushalt“

Damit kein Gasversorger durch die extrem gestiegenen Einkaufspreise in die Knie gehen muss, sollen ab Oktober alle Endkunden für eineinhalb Jahre eine Umlage zahlen. Wie hoch sie ausfallen wird, ist noch unklar. Die Stadtwerke fordern schnelle Klärung.

Spanne von 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde

Wirtschaftsminister Robert Habeck rechnet damit, dass aufgrund der Gas-Umlage Kosten von mehreren Hundert Euro pro Haushalt auf die Verbraucher zukommen. Die Höhe der Umlage stehe noch nicht endgültig ferst. Sie werde jedoch zwischen 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde liegen, sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag in Bad Lauchstadt (Sachsen-Anhalt).

Bei einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr würde man so in einem mittleren Hundert-Euro-Bereich landen.

 

Voraussichtlicher Starttermin: 1. Oktober

Die geplante Umlage für alle Gaskunden soll voraussichtlich ab dem 01.10.2022 gelten. Die genaue Höhe soll bis Mitte oder Ende August im Internet veröffentlicht werden, hieß es aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie hänge davon ab, welche Ausgleichsansprüche die Gasimporteure geltend machten.

 

Weitere jährliche Belastungen

Kanzler Olaf Scholz hatte vergangene Woche eine Gaspreis-Erhöhung um zwei Cent pro Kilowattstunde genannt und von weiteren Belastungen von jährlich 200 bis 300 Euro für eine vierköpfige Familie gesprochen.

Das Vergleichsportal Check24 hat bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden und zwei Cent Umlage Mehrkosten von 476 Euro vorgerechnet. Hier ist die Mehrwertsteuer enthalten. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024 erhoben werden. Ungefähr die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt.

 

Umlage kommt zu Preiserhöhungen dazu

Über die Umlage sollen Versorger die stark gestiegenen Einkaufspreise aufgrund der Drosslung russischer Lieferungen an alle Gasverbraucher weitergegeben können. Geplant ist nach früheren Angaben, dass Importeure 90 Prozent der höheren Beschaffungskosten über die Umlage weiterreichen können. Bis Ende September 2022 müssen die Importeure ihre Kosten noch selbst tragen. Die Umlage müssen sowohl Firmen als auch Privathaushalte zahlen. Sie wird zu den normalen Preiserhöhungen, die nach und nach greifen, hinzugerechnet.

 

Gewährleistung der Gasversorgung

Angesichts der angespannten Lage auf dem Gasmarkt sei die Umlage notwendig, um die Gasversorgung auch im kommenden Winter aufrechtzuerhalten. „Ohne sie wären Gasversorgungsunternehmen in der gesamten Lieferkette gefährdet“, hieß es aus dem Ministerium. Die Umlage soll für alle Lieferanten gleich hoch sein, damit es eine faire Verteilung der Lasten auf viele Schultern gebe.

 

Gemeinsamer Kraftakt

Habeck betonte, dass es Entlastungen für jene Bürger geben werde, die aufgrund der Umlage an die Armutsgrenze rutschten. „Das ist kein guter Schritt, aber ein notwendiger Schritt.“ Tragbar werde er doch soziale Ausgleichsmaßnahmen. Details wurden nicht dazu genannt.

Er rief Bürger*innen und Unternehmen in der Gaskrise zu einem gemeinsamen Kraftakt auf. „Wir alle können einen Beitrag leisten und wir alle leisten ja einen Beitrag, außer wir verschließen die Ohren und die Augen“, sagte er nach einem Besuch des Energieparks Bad Lauchstädt auf die Frage, wann er die Notfallstufe im Notfallplan Gas mit einer der Rationierungen von Gas ausrufen müsse. Wenn die Gasverbräuche runtergebracht würden und Energie gespart werde, werde mehr Freiraum dafür geschaffen ,dass „unangenehmere Schritte“ vermeiden werden, so Habeck. „Und außerdem sparen wir Geld, jeder Einzelne von uns.“

 

Quelle: dpa

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