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Ab 10. Juni: Digitaler Impfpass in ersten Apotheken

17 Millionen Menschen sind in Deutschland bereits vollständig geimpft und tragen den gelben Impfpass mit sich herum. Ab kommenden Montag können Impfpässe in Apotheken digitalisiert werden.

Digitaler "CovPass" kommt

Mit dem digitalen Impf-Zertifikat könnten die gelben Impfpässe schon bald unnötig werden. Ab Donnerstag, den 10. Juni sollen die Heftchen auch endlich digital werden. Vollständig geimpfte Personen können dann ab dem 14. Juni die Eintragungen aus dem gelben Impfpass in vielen Apotheken in eine App übertragen lassen. Das teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin mit. Somit können Geimpfte ihren Impfstatus schon bald auf Reisen, beim Frisörbesuch, in Restaurants schnell und einfach nachweisen. 

 

Digitalisierung bald in Apotheken möglich

In den letzten Wochen wurde die Digitalisierung bereits in einem ersten Testballon in Impfzentren gestartet. Eine kleine Anzahl an vollständig geimpften Personen konnte ihre Covid-19-Impfung bereits in der neuen CovPass-App digital abspeichern. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) werden die Schlüssel zum digitalen Impfpass ab Montag, den 14. Juni auch außerhalb der Impfzentren verteilt. Ab dann sollen auch Apotheken dafür sorgen, die Impfungen vom klassischen gelben Impfausweis per QR-Code auf die Smartphones der Bürger zu bringen.

Die "CovPass"-App soll bereits vor dem 10. Juni nach Angaben aus dem Bundesgesundheitsministerium für alle Interessenten in den App-Stores für Smartphones zur Verfügung stehen. 

Die EU-Mitgliedstaaten und das EU-Parlament hatten sich vergangene Woche auf ein einheitliches Impfzertifikat geeinigt, das zum 1. Juli eingeführt wird. In Deutschland wird damit bereits am Montag, den 14. Juni gestartet. Damit soll es einfacher sein, eine Genesung vom Coronavirus, Tests oder die Impfungen nachweisen zu können. 

 

Wird der gelbe Impfpass damit überflüssig?

Die Digitalisierung des Impfpasses soll eine Erleichterung bringen. Künftig soll man sich den Nachweis über eine Impfung direkt in Arztpraxen oder im Impfzentrum erstellen lassen und dann per Smartphone nutzen können, schreibt der Nachrichtensender n-tv. Eine nachträgliche Ausstellung für bereits vollständig Geimpfte soll ab dem 14. Juni ebenfalls in Arztpraxen und Apotheken möglich sein. Dies ist ein freiwilliges und ergänzendes Angebot, heißt es von Seiten des Bundesgesundheitsministeriums. Wenn Geimpfte keinen digitalen Impfnachweis besitzen oder diesen verloren haben, sei der "Impfnachweis über das bekannte gelbe Heft weiterhin möglich und gültig".

In den ersten Tagen werde die Anzahl an Apotheken, die das Angebot machen, „wahrscheinlich noch begrenzt sein“, sagte Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). Er gehe jedoch davon aus, dass die Zahl sehr schnell im vierstelligen Bereich liegen wird. 

 

Digitaler Impfnachweis auch in Corona-Warn-App verfügbar

Mit dem Update der Corona-Warn-App auf Version 2.3 kann das digitale Impfzertifikat nun auch in der App eingebunden werden. Der Impfnachweis ist dann als weiteres Widget auf dem Startbildschirm zu finden. In der neuesten Version wurde der Punkt "Impfzertifikat hinzufügen" eingefügt. Dort lässt sich dann der persönliche QR-Code vom Impfzertifikat scannen.

Das Update steht zur Zeit nur für iPhone-Nutzer*innen zur Verfügung und kann aus dem App-Store heruntergeladen werden. Android-Nutzer*innen müssen sich unter Umständen noch ein wenig gedulden. 

 

Sorge vor Impfpasswäsche?

Bei der Prüfung und Übertragung der analogen Impfpässe sei laut Bundesgesundheitsministerium selbstverständlich besondere Vorsicht geboten. Apothekerverbände hatten im Vorfeld jedoch versichert, die Kontrolle bei der Übertragung vom gelben Impfheftchen in den digitalen Impfpass gewährleisten zu können. "Apotheker sind Arzneimittelexperten und Impfstoffe sind auch Arzneimittel", wird der Apothekenverbandssprecher Christian Splett bei n-tv zitiert. "Jede Apotheke muss jeden Tag hundert oder mehr Rezepte auf ihre Echtheit prüfen. Apotheker trauen sich daher zu, auch Impfausweise zu prüfen."

 

Hohe Strafen für Betrug

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums blühen Betrüger*innen saftige Strafen. Bis zu einem Jahr Freiheitsentzug oder eine Geldstrafe drohen Personen, die einen gefälschten Impfausweis verwenden. Wer eine Fälschung erstellt hat, muss mit zwei Jahren Gefängnis oder eine Geldstrafe rechnen. 

"Die digitale Signatur, die hinter dem geplanten EU-Zertifikat in Form eines QR-Codes steckt, ist allerdings ein bewährtes Verfahren der IT-Sicherheit: die sogenannte "Public-Key-Infrastructure" (PKI)", heißt es auf der Nachrichtenseite. Das Prinzip funktioniere laut der EU-Kommission wie Schlüssel und Schloss. Wurde der QR-Code - der Schlüssel - manipuliert, zeigt der Scanner eine Fehlermeldung und die Tür bleibt verschlossen.

 

Quelle: n-tv