«Lifeline» Mannschaft drohen juristische Konsequenzen

Malta hat dem deutschen Rettungsschiff «Lifeline» mit etwa 230 Migranten an Bord nach tagelangem Ausharren auf hoher See einen sicheren Hafen zugesagt.

Ermittlungen gegen Besatzung

Das Schiff werde aber beschlagnahmt, sagte Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat. «Dieses Schiff war staatenlos, es wird festgesetzt.» Gegen die Besatzung der deutschen Hilfsorganisation werde ermittelt. Acht EU-Länder hätten sich bereit erklärt, Flüchtlinge von dem Boot zu übernehmen. Deutschland war nicht darunter. 

Das Boot hatte am Donnerstag rund 230 Migranten vor Libyen gerettet und wartete seitdem auf hoher See auf eine Erlaubnis, in einen sicheren Hafen einfahren zu dürfen. Die italienischen und maltesischen Behörden werfen dem Kapitän vor, entgegen der Anweisungen aus Italien die Rettung übernommen zu haben. Das Schiff fährt nach Angaben der Dresdener Hilfsorganisation Mission Lifeline unter niederländischer Flagge, was die dortigen Behörden aber bestreiten. Das Schiff ist nur im Register des Wassersportverbandes eingetragen. 

EU-Länder erklären sich bereit zur Aufnahme 

Malta hatte vor der Genehmigung zum Anlegen sicherstellen wollen, dass die Migranten auf EU-Länder verteilt werden. Italien, Frankreich, Irland, Luxemburg, Malta, Belgien, Portugal und die Niederlande erklärten sich bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. In Deutschland boten mehrere Bundesländer Hilfe an. 

Bundesinnenminister Seehofer sagte: Zwischen Libyen und Südeuropa dürfe es kein «Shuttle» geben. Die deutsche Crew müsse zur Rechenschaft gezogen werden.

 

Quelle: dpa