Nach China: Erster Fall von neuartigem Coronavirus in den USA

Das neuartige Coronavirus in China ist offenbar weiter verbreitet als zunächst angenommen. In den USA ist nun der erste Fall nachgewiesen worden. Bisher gibt es allerdings keine Fälle in Europa.

Mann aus Wuhan nach Seattle eingereist

Nach dem Anstieg der Patientenzahl in China ist auch in den USA ein erster Fall der neuen Lungenkrankheit nachgewiesen worden. Das berichtet aktuell die Deutsche Presse-Agentur. Es handele sich um einen Mann, der nach einer Reise in die chinesische Stadt Wuhan am 15. Januar in die Westküstenmetropole Seattle zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag (Ortszeit) mit.

Der Mann habe bei der Rückreise noch keinerlei Symptome bemerkt, sich dann aber zur Untersuchung in eine Klinik begeben. Er sei in gutem Zustand und es bestehe nur ein sehr geringes Risiko, dass er weitere Menschen anstecken könne. Die Behörden seien nun dabei, eine Liste der Menschen zusammenzustellen, mit denen der Mann Kontakt hatte.

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Ein medizinischer Mitarbeiter misst bei einem Reisenden am Bahnhof in Wuhan die Temperatur. Bild: picture alliance/Xinhua

 

Verschärfte Gesundheitskontrollen an US-Flughäfen

Krankenhäuser und Ärzte in den USA würden schon seit rund zwei Wochen aktiv auf die neue Lungenkrankheit aufmerksam gemacht und über mögliche Testverfahren informiert, teilte das CDC mit. Bislang müsse das CDC alle Tests durchführen, das solle sich aber bald ändern.

Die Flughäfen in San Francisco und Los Angeles sowie der John-F.-Kennedy-Airport in New York führten schon seit dem 17.
Januar Gesundheitskontrollen bei der Einreise aus Wutan durch. Diese Woche werden auch die Flughäfen in Atlanta und Chicago dazukommen. Reisende aus Wutan müssen nun durch einen dieser fünf Flughäfen einreisen.

Experten hatten zuvor erklärt, dass vereinzelte Einschleppungen der neuen Lungenkrankheit auch nach Europa immer wahrscheinlicher seien. Bisher sind aber keine Fälle bekannt.

 



 

"Sehr geringes" Risiko für Bevölkerung in Deutschland

Die Gesundheitsbehörde der zentralchinesischen Elf-Millionen-Metropole Wuhan hat nun insgesamt neun Todesfälle
bestätigt, zumeist betrafen sie ältere Menschen mit schweren Vorerkrankungen.

Zudem wurden am Dienstag Dutzende weitere Infektionen gemeldet. Damit gibt es nun in China rund 300 bestätigte
Fälle seit Beginn des Ausbruchs im Dezember. Nachweise gibt es zudem in Taiwan, Thailand, Japan und Südkorea - in allen Fällen erkrankten Menschen, die zuvor in Wuhan waren.

Das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung in Deutschland wird vom zuständigen Robert Koch-Institut derzeit als "sehr gering" eingestuft.

 

WHO beruft Notfallausschuss ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen der Lungenkrankheit für Mittwoch ihren Notfallausschuss einberufen. 

Auch die EU-Kommission plant zur Bewertung der Risiken durch die neue Lungenkrankheit ein Treffen. Nach Angaben eines Sprechers soll der Ausschuss für Gesundheitssicherheit am Donnerstag zusammenkommen.

 

 

Quelle: dpa

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