Regierung ringt um Eindämmung der Lockerungsdebatte

Die Bundesregierung versucht energisch, die Debatte über eine Lockerung der Abwehrmaßnahmen einzudämmen.

Finanzminister Scholz (Foto)  warf den Befeuerern der Diskussion Zynismus vor. «Es geschieht auch, um Leben zu retten, und deshalb ist es aus meiner Sicht zynisch, wenn einige jetzt beginnen, darüber zu diskutieren, dass gesundheitliche Fragen hintanstehen sollen und dass wirtschaftliche Fragen vorangehen», sagte er am Sonntagabend im Ersten.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier schrieb auf Twitter: «Öffentliche Forderungen nach Lockerung der Maßnahmen sind verfrüht und deshalb falsch, solange eine deutliche Verlangsamung der Zahl der Neuinfektionen nicht erreicht ist!»

Kanzleramtschef Braun wies darauf hin, dass einige Bundesländer ihre Maßnahmen bereits auf den 20. April, also das Ende der Osterferien, terminiert haben. Die Dauer der Kontaktbeschränkungen richtet sich nach seinen Worten nach der Tragfähigkeit des Gesundheitssystems. Der «essenziellste Maßstab» sei es, dass jeder stationär behandelt werden könne, für den dies nötig sei, erklärte er am Abend im Zweiten. Dazu müsse die Verdopplung der Infektionszahlen von derzeit alle sechs Tage auf zehn oder mehr Tage verlangsamt werden.

(Quelle: dpa)