Hamburg versank letzte Nacht im Chaos

Im Hamburger Schanzenviertel sind in der Nacht auf Samstag die Proteste gegen den G20-Gipfel eskaliert. Erst gegen halb zwei Uhr morgens beruhigte sich die Lage allmählich.

Schanzenviertel gleicht einem Trümmerfeld

Das Hamburger Schanzenviertel stand vergangene Nacht im Zentrum schwerer Randale. Gegen Abend eskalierte die Situation immer mehr – und nahm erschreckende Ausmaße an Gewalt an. Die G20-Gegner seien massiv bewaffnet, so die Polizei. Sie schmissen Steine in Schaufenster, plünderten Supermärkte, Bankfilialen und andere Geschäfte. Ein Rewe-Markt wurde von knapp 500 Randalierern „heimgesucht“ und komplett verwüstet. Immer wieder zündeten sie Böller an und legten Feuer. Die teilweise vermummten Chaoten schreckten zudem nicht vor Verletzungen zurück und griffen Einsatzkräfte mit Eisenstangen und mittels Zwillen an.

Ein User auf Twitter zeigte, wie skrupellos die Randalierer einen Supermarkt ausraubten:

 

„Wir haben noch nie so ein Ausmaß an Hass und Gewalt erlebt“

Die Polizei ging mit einem massiven Aufgebot und Spezialkräften gegen hunderte Randalierer vor – erst gegen 01.30 Uhr beruhigte sich die Lage zusehends. Mit gepanzerten Fahrzeugen wurden Barrikaden weggeschoben. Wasserwerfer waren im Einsatz. Die Polizei sprühte auch Tränengas. „Wir haben noch nie so ein Ausmaß an Hass und Gewalt erlebt“, sagte Polizeisprecher Zill zu Bild.  

Die aktuelle Bilanz der Gewalt in Hamburg: 197 verletzte Polizeibeamte, 13 Festnahmen. 

 

Hier ist das erschreckende Ausmaß der Gewalt zu sehen:

 

Verfolgung der Straftaten

Die Polizei Hamburg bittet derweil die Bevölkerung um ihre Mithilfe. Fotos und Videos, die bei der Ermittlung von Straftätern helfen, können hier hochgeladen werden.

 

Weitere Ausschreitungen sind für heute nicht ausgeschlossen. Die geplanten, friedlichen Demonstrationen finden statt. Zu den Kundgebungen werden zehntausende Teilnehmer erwartet. Die Initiative „Hamburg zeigt Haltung“ plant mit 20 000 bis 30 000 Demonstranten bei ihrer Veranstaltung am Hafenrand.

 

Quelle: dpa, Bild, N24

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