Appell der Bundesregierung: Auf Urlaubsreisen verzichten!

Reisen in mehrere beliebte Urlaubsziele sind wieder ohne Quarantäne möglich. Die Zahl der Buchungen steigt - gerade jetzt vor Ostern. Die Bundesregierung ruft jedoch dazu auf, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten.

Keine Quarantäne, noch Testpflicht

Nachdem die Reisewarnung für die liebste Urlaubsinsel der Deutschen im Mittelmeer, Mallorca, vergangene Woche aufgehoben wurde, begann der Run auf die Flüge. Aufgrund der gesunkenen Infektionszahlen (Freitag, 12.03.: Inzidenz 21,3) können deutsche Urlauber*innen wieder relativ problemlos nach Mallorca und zurück. Es braucht keine Quarantäne, noch gibt es eine Testpflicht. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer PCR-Test vorgewiesen werden. Wer ohne erwischt wird, riskiert ein Bußgeld bis zu 3.000 Euro. 

Der sprunghafte Anstieg der Urlaubsbuchungen für die Baleareninsel hat die Regierung aufgrund der Corona-Pandemie jedoch zum generellen Verzicht auf touristische Reisen aufgerufen. Nicht unbedingt notwendige Reise sollten unterlassen werden. "Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen," erklärte die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Maria Adebahr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Entscheidung müsse aber jeder für sich treffen.

 

Sprunghafter Anstieg an Buchungen

Die Bundesregierung hatte am Freitag (12.03.) entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Nach der Entscheidung stiegen die Flugbuchungen für Mallorca sprunghaft an. 

Der größte Anbieter Eurowings legte deswegen für die Osterzeit 300 zusätzliche Flüge auf die Baleareninsel auf. TUI will die ersten Hotels auf Mallorca nun bereits am nächsten Wochenende öffnen. In zwei Wochen beginnen in den meisten Bundesländern die Osterferien.

 

Kritik aus Mallorca

In Spanien sorgte laut dpa die Öffnung Mallorcas für Touristen auch für viel Unmut. "Spanien wird zu Ostern ein Bunker für die Spanier und eine Oase für die Touristen aus dem Ausland sein", titelte am Wochenende ebenso groß wie kritisch die Zeitung "ABC". Das Blatt "Última Hora" sprach von "Willkür", und sogar die "Mallorca Zeitung" stellte fest: "Osterferien auf Mallorca: für Deutsche Ja, für Spanier Nein".

Wer nach Mallorca reist, muss sich jedoch damit arrangieren, dass fast immer - ob beim Strandspaziergang oder im Restaurant - eine Maske getragen werden muss. Immerhin haben Restaurants geöffnet und bieten sogar Innenraumplätze an, jedoch nur mit einer Kapazität von 30 Prozent. Im Außenbereich liegt diese bei 50 Prozent. Disko- oder Barbesuche sind auch weiterhin verboten. Zudem kommt eine Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr. 

 

Keine kostenlose Stornierung möglich

Die Streichung von der Risikoliste aufgrund der gesunkenen Infektionszahlen geht gleichzeitig mit der Aufhebung der Reisewarnung, die eine kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht, einher. In den Reisehinweisen im Internet rät das Auswärtige Amt dennoch weiter von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" ab. Das ist aber nicht mehr als eine Empfehlung, rechtliche Folgen hat das nicht.

Jeder, der nun dorthin reisen wolle, müsste wissen, dass er/sie sich einem gewissen Risiko aussetze, betonte auch Regierungssprecherin Anke Pörksen. Auch der Mainzer Virologe Bodo Plachter hält eine Zurückhaltung beim Reisen für wichtig. "Wenn die Reiseaktivität steigt, dann werden auch die Inzidenzraten steigen. Das ist relativ klar", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Im Urlaub möchte man sich erholen, möchte man dann auch Corona vergessen. Und das führt dazu, dass die Vorsicht sinkt und die Infektionsraten steigen." Das sei auch schon im vergangenen Sommer so gewesen.

Vor Ort träfen sich Menschen aus ganz Deutschland und Europa, und es bestehe die Gefahr einer Verbreitung von Infektionen. Selbst wenn am Flughafen ein PCR-Test negativ ausfalle, bedeute dies nicht, dass ein*e Reiserückkehrer*in das Virus nicht bereits in sich trage. "Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land", äußerte sich Regierungssprecherin Pörksen.

 

Quelle: Deutsche Presse-Agentur

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