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Algerien verschiebt Wahl

Seit drei Wochen protestieren Hunderttausende Menschen in Algerien gegen Präsident Bouteflika. Trotz gesundheitlicher Probleme wollte er eine fünfte Amtszeit anstreben. Plötzlich ist alles anders.

Angesichts massiver Proteste in Algerien hat Präsident Abdelaziz Bouteflika überraschend angekündigt, die anstehende Präsidentschaftswahl zu verschieben. Er werde sich zudem nicht mehr für eine fünfte Amtszeit bewerben, sagte er in einer über die staatliche Nachrichtenagentur APS verbreiteten Botschaft an die Nation. Die Wahl war für den 18. April vorgesehen.

«Ich habe die Entwicklungen verfolgt (...) und ich verstehe die Motivationen der zahlreichen Mitbürger, die diese Art des Ausdrucks nutzen», sagte Bouteflika. Hunderttausende Menschen hatten in den vergangenen Wochen in Algerien protestiert.

Er werde sich daher nicht um eine fünfte Amtszeit bewerben. Eine neue Republik mit einem neuen System müsse entstehen. «Diese neue Republik und dieses neue System werden in den Händen neuer Generationen von
Algerierinnen und Algeriern sein», sagte der 82-jährige Bouteflika.  

In den vergangenen drei Wochen hatte es heftige Proteste gegen Bouteflika gegeben, nachdem er angekündigt hatte, für eine fünfte Amtszeit kandidieren zu wollen. Bouteflika war erst am Sonntag von einem längeren Krankenhausaufenthalt in der Schweiz nach Algerien zurückgekehrt. Der 82-Jährige ist gesundheitlich angeschlagen und sitzt seit einem Schlaganfall im Jahr 2013 im Rollstuhl. Er trat zuletzt kaum noch in der Öffentlichkeit auf.

Auch am Montag waren im ganzen Land die Proteste gegen eine fünfte Amtszeit fortgesetzt worden.

(Quelle: dpa)