Lokführer im Streik: Nur noch jeder vierte Fernzug fährt

Viele Reisende und Pendler haben heute die Auswirkungen des Lokführer-Streiks zu spüren bekommen - auch in Rheinland-Pfalz.

Im Regional- und Fernverkehr kam es zu starken Einschränkungen.

Zahlreise S- und Regionalbahnlinien fahren nur noch im Ein- oder Zwei-Stundentakt - unter anderem sind die Verbindungen von Mannheim nach Mainz oder von Koblenz nach Limburg betroffen.

Bahn-Sprecher Stauß betonte bei ntv, der Bahn sei es gelungen, einen stabilen Ersatzfahrplan zu bieten. Zugleich kritisierte er die Kurzfristigkeit der Streikankündigung durch die Lokführergewerkschaft GDL als unverantwortlich.

 

Urabstimmung für Streik

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat sich bei der Urabstimmung mit 95-prozentiger Mehrheit für einen Streik bei der Deutschen Bahn entschieden.

Die Personenzüge wie auch die gesamte Infrastruktur der Bahn sollen ab diesem Mittwoch, 02.00 Uhr, für 48 Stunden bestreikt werden, kündigte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky am Dienstag in Frankfurt an. Bereits am Dienstagabend wird ab 19.00 Uhr der Güterverkehr lahmgelegt werden.

 

Arbeitskampf bis Freitag, 02 Uhr

Fahrgäste müssen daher mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Einschränkungen dürften sich bis weit in den Freitag hineinziehen, auch wenn der Arbeitskampf offiziell um 02.00 Uhr am Freitag endet. Das kommende Wochenende soll verschont bleiben, kündigte die GDL an.

Man habe in dem festgefahrenen Tarifkonflikt keine anderen Möglichkeiten mehr, so die GDL. Einwände wegen der hohen Belastungen von Bahn und ihren Kund*innen durch die Corona-Krise und die Überflutungen ließ der GDL-Chef nicht gelten. „Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für einen Streik bei der Eisenbahn. Bitte wenden sie sich an das DB-Management“, sagte er auf eine entsprechende Frage.  

 

Eskalation zur Unzeit?

Die GDL verlangt eine deutliche Corona-Prämie von 600 Euro und Einkommenssteigerungen von insgesamt 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten. 

Die Bahn bezeichnete den Streik als „Eskalation zur Unzeit“. „Gerade jetzt, wenn die Menschen wieder mehr reisen und die Bahn nutzen, macht die GDL-Spitze den Aufschwung zunichte, den wir in Anbetracht der massiven Corona-Schäden dringend brauchen“, teilte Personalchef Martin Seiler mit.

 

 

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Quelle: dpa