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No-Go: Seifentrick, Knoblauch & Co.

Tiere vor Zecken schützen: Vorsicht vor diesen Mythen & Ratschlägen!

Helfen Knoblauch und Seife wirklich gegen Zecken? Und wie entfernt man die kleinen Biester wieder sicher aus dem Fell des Tieres? Es gibt viele angebliche Geheimtipps und Ratschläge gegen Zecken, doch was ist dran an den Behauptungen? Wir räumen auf mit den Mythen!

Zeckenaktivität im Frühling

Die Zeckenzeit hat begonnen! Als grober Richtwert gilt der Zeitraum von April bis Oktober, doch aufgrund der milden Temperaturen hat die Zeckensaison 2022 vermutlich schon früher begonnen. Seit einigen Jahren hat man bereits im März vermehrt Zeckenstiche festgestellt. Ab etwa sieben Grad Celsius sind Zecken aktiv und da sie Frost und Schnee gegenüber unempfindlich sind, gehen sie bei einem Temperaturabfall einfach wieder in die Winterruhe und ziehen sich in die Laubstreu zurück. Wird es aber wieder wärmer, sind sie auch schnell wieder da. Und schon bringen sie sich an den Spitzen der Gräser und Stauden in Stellung und warten auf einen Wirt. 

Mythen und Irrtümer, die Tierbesitzer*innen kennen sollten

Geht es um Zecken, gibt es für Hunde und Katzen allerhand Präparate, die wirksam gegen die kleinen Biester helfen können. Aber auch genauso viele Irrtümer, wie man sich angeblich gegen Zecken wehren kann...

Eines vorweg: Nagellackentferner, Klebstoff und Seife sind keine wirksamen Mittel. Eine Zecke sollte niemals mit Kleber, Öl oder Nagellackentferner beträufelt werden. Die Zecke gerät dadurch in Stress, da sie zu ersticken droht und kann ihre Speicheldrüsen spontan in den Wirt entleeren, wodurch es zu einer Infektion mit verschiedensten Erregern kommen kann.

Das Gerücht, dass man eine Zecke nur mit Flüssigseife einreiben müsse und sie dann vom Wirt abfalle, hält sich hartnäckig. Bloß nicht nachmachen! Auch bei dieser Methode ringt die Zecke mit dem Tod und kann ihren Darminhalt in die Wunde entleeren.

Auch Knoblauch hilft nichts

Pflanzliche Mittel gegen Zecken erfreuen sich bei Tierfreunden großer Beliebtheit - so auch der Knoblauch. Er soll zuverlässig gegen Krankheitserreger und Parasiten schützen und dabei ungefährlich sein, heißt es. Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit aus Engelskirchen warnte auf seiner Facebook-Seite schon vor längerer Zeit vor der Verabreichung von Knoblauch. Er erklärte: "Fakt ist, dass Knoblauch (Sativum allium) genauso wie Bärlauch zu den Lauchgewächsen gehört und giftige Stoffe für Hund und Katze enthält". Außerdem gebe es keine seriöse Studie, die die vermeintlichen Abwehrmechanismen belegt.

Borreliose-Impfung schützt nicht vor Zecken

Ist das Haustier gegen Borreliose-Bakterien geimpft, verhindert der Wirkstoff nicht, dass das Tier trotzdem von einer Zecke befallen werden kann. Die Impfung schützt lediglich vor der Übertragung der Borreliose-Bakterien. Die Zecke nimmt bei einem Stich die Antikörper des Blutes des geimpften Tieres auf und kann so die Bakterien nicht ins Blut übertragen. 

Nicht herausdrehen

Hat sich doch mal eine Zecke festgebissen, sollte man sie nicht herausdrehen. Der Saugrüssel der Zecke hat kein "Schraubgewinde", daher ist das Drehen erstmal sinnlos. Am Rüssel befinden sich außerdem kleine Widerhaken, die ihn fest in der Haut halten. Die Zecke am besten mit einer speziellen Zange packen und sanft ziehen (nicht zerquetschen). 

Quelle: Zecken-Radar, Plantopedia, Lifeline, Dr. Goßmann-Jonigkeit (Facebook)