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Brut- und Setzzeit bei Wildtieren

Osterspaziergänge während der Brutzeit: Hunde an die Leine!

Aktuell werden Wald und Flur zur großen Kinderstube: die Brut- und Setzzeit ist in vollem Gange. Zahlreiche Wildtiere werden geboren und sind besonders schutzbedürftig. Die Jungtiere brauchen viel Ruhe und Kraft, um ohne Probleme aufwachsen zu können. Besonders Hundehalter*innen sollten daher in den nächsten Wochen rücksichtvoll sein und ihre Hunde bei Spaziergängen lieber an die Leine nehmen. Feld- und Waldwege sollten ebenfalls nicht verlassen werden.

Vorsicht vor brütenden Vögeln!

Eine generelle Leinenpflicht gibt es nicht in Rheinland-Pfalz, je nach Region gelten aber eventuell Einschränkungen für Hunde. Doch gerade in der aktuellen Brut- und Setzzeit gilt es hilflose Jungtiere vor freilaufenden Hunden zu schützen. Denn diese können eine ernste Gefahr für trächtige Tiere, aber auch für brütende Vögel sowie deren Nachwuchs darstellen. "Die Tiere leiden extrem unter Störungen“, erklärte Jagdpächter Martin Gasteyer gegenüber "Rheinland-Pfalz Aktuell".  

Wer das schöne Wetter für einen Osterspaziergang mit seinem Vierbeiner nutzen möchte, sollte Rücksicht nehmen und seinen Hund an der Leine führen, um die Tiere nicht aufzuschrecken. Wichtig sei dies für Bodenbrüter wie zum Beispiel die Feldlerche oder das Rebhuhn. Spielende oder aggressive Hunde könnten die Tiere stören und im schlimmsten Fall sogar von den Hunden verletzt werden, warnte Nabu-Sprecher Torsten Collet laut Deutsche Presse-Agentur. Und das Aufschrecken von brütenden Vögeln ist gefährlich, denn werden sie von Hunden verscheucht, kann es passieren, dass die Eier im Gelege auskühlen oder sogar von anderen Tieren gefressen oder zerstört werdne. 

Aber nicht nur auf Vögel sollte laut Collet geachtet werden. Dies gelte auch für Hasen oder Rehkitze, bei denen Elterntiere ihre Jungtiere allein lassen. Diese drückten sich flach auf den Boden, um sich zu verstecken.

Warum genau soll der Hund an die Leine?

Selbst wenn ein Hund nur einen schwachen Jagdtrieb hat, wenn plötzlich ein Reh auftaucht, kann nicht garantiert werden, dass er diesem nicht hinterherrennt. Extrem gefährlich wird das vor allem für schwangere Tiere, denn selbst wenn der Hund es nicht fängt oder verletzt, kann es durch die Jagd das Rehkitz verlieren und eine Fehlgeburt erleiden. Zudem verstecken sich Jungtiere auch in Feldern um Schutz zu finden. Auch wenn wir Menschen dies nicht sehen, die Vierbeiner merken dies mit ihrer feinen Nase sofort. 

Quelle: RLP Aktuell, dpa