Zecken-Mythen: Das sollten Tierbesitzer wissen

Immer wieder hört man von angeblichen Geheimtipps und Tricks gegen Zecken. Dabei bringen einige davon nicht nur gar nichts, sondern sind mitunter sogar gefährlich!

Zeit, um mit Mythen und Irrtümern aufzuräumen

Geht es um Zecken, gibt es für Hund und Katz allerhand Präparate, die wirksam gegen die kleinen Biester helfen können. Aber auch genauso viele Irrtümer, wie man sich angeblich gegen Zecken wehren kann. Zeit, um mit den Mythen aufzuräumen, denn die können mitunter ein Infektionsrisiko erhöhen.  

 

Klebstoff, Nagellackentferner oder Seife

Eine Zecke sollte niemals mit Kleber, Öl oder Nagellackentferner beträufelt werden. Die Zecke gerät dadurch in Stress, da sie zu ersticken droht und kann ihre Speicheldrüsen spontan in den Wirt entleeren, wodurch es zu einer Infektion mit verschiedensten Erregern kommen kann.

Das Gerücht, dass man eine Zecke nur mit Flüssigseife einreiben müsse und sie dann vom Wirt abfalle, hält sich hartnäckig. Bloß nicht nachmachen! Auch bei dieser Methode ringt die Zecke mit dem Tod und kann ihren Darminhalt in die Wunde entleeren.

 

Knoblauch hilft gar nichts

Pflanzliche Mittel gegen Zecken erfreuen sich bei Tierfreunden großer Beliebtheit - so auch der Knoblauch. Er soll zuverlässig gegen Krankheitserreger und Parasiten schützen und dabei ungefährlich sein, heißt es. Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit aus Engelskirchen warnte auf seiner Facebook-Seite schon vor längerer Zeit vor der Verabreichung von Knoblauch.

"Fakt ist, dass Knoblauch (Sativum allium) genauso wie Bärlauch zu den Lauchgewächsen gehört und giftige Stoffe für Hund und Katze enthält", so der Tierarzt. Außerdem gebe es keine seriöse Studie, die die vermeintlichen Abwehrmechanismen belegt.

 

Borreliose-Impfung schützt nicht vor Zeckenbefall

Ist das Haustier gegen Borreliose-Bakterien geimpft, verhindert der Wirkstoff nicht, dass das Tier trotzdem von einer Zecke befallen werden kann. Die Impfung schützt lediglich vor der Übertragung der Borreliose-Bakterien. Die Zecke nimmt bei einem Stich die Antikörper des Blutes des geimpften Tieres auf und kann so die Bakterien nicht ins Blut übertragen. 

 

Drehen im Uhrzeigersinn?

Hat sich doch mal eine Zecke festgebissen, sollte man sie nicht herausdrehen. Der Saugrüssel der Zecke hat kein "Schraubgewinde", daher ist das Drehen erstmal sinnlos. Am Rüssel befinden sich außerdem kleine Widerhaken, die ihn fest in der Haut halten.

Die Zecke am besten mit einer speuziellen Zange packen und sanft ziehen (nicht zerquetschen). 

 

Quelle: Lifeline, Dr. Goßmann-Jonigkeit (Facebook)

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