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Vorsicht, diese Zimmerpflanzen sind giftig für dein Haustier!

Für Menschen sind sie kleine grüne Oasen, doch für Haustiere kann das Knabbern an Aloe Vera, Azalee und anderen Zimmerpflanzen tödlich enden. So schützt du dein Liebling!

Vor allem Welpen und Hauskatzen gefährdet!

Zimmerpflanzen sind schön anzusehen, bringen Farbe in die Wohnräume und sorgen obendrein noch für ein gutes Raumklima. Doch für Haustiere haben sie oftmals weniger positive Eigenschaften, im Gegenteil, knabbern Hunde, Katzen oder Vögel an den Blättern der Pflanzen, kann das schlimme bis hin zu tödlichen Folgen haben. 

Tendenziell nagen Hunde weniger an Pflanzen als Katzen, erklärt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte gegenüber T-Online, doch müsse man vor allem Welpen gut im Auge behalten. Gerade wenn sie klein sind, sind sie besonders verspielt und neugierig, da passiert es schnell, dass sie an den Gewächsen nagen. Katzen hingegen, egal in welchem Alter, lieben es an Zimmerpflanzen zu knabbern. Das betrifft vor allem Tiere, die in der Wohnung leben. Katzenbesitzer*innen sollten daher immer Katzengras anbieten. Das erleichtert den Tieren das Hervorwürgen von Haarballen. Steht dieses jedoch nicht zur Verfügung, probieren die Miezen auch gerne mal andere Pflanzen. Doch je nachdem, welche angeknabbert wird, kann das böse Folgen haben. 
 

 

Diese Zimmerpflanzen sind giftig:

  • Aloe Vera

Auch wenn Aloe Vera in der Körperpflege sehr beliebt ist, Haustiere sollten von der Pflanze unbedingt ferngehalten werden. Knabbern Hunde, Katzen oder Vögel daran rum, kann das Durchfall, Erbrechen, Apathie und Zitterkrämpfe auslösen. Der darin enthalten Stoff Aloin ist für Haustiere giftig und kann zudem zu Darmblutungen bis hin zu Lähmungen und Nierenschäden führen.

 

  • Alpenveilchen

Wenn ein Tier Alpenveilchen frisst, kann es sterben. Magen-Darm-Erkrankungen bis hin zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemstillstand sind die Folge.

 

  • Amaryllis

Der in vielen Wohnzimmern anzutreffende Ritterstern ist für alle Haustiere sehr giftig. Bereits der Verzehr von nur wenigen Gramm kann tödlich sein. Die Giftstoffe sitzen dabei in allen Teilen der Amaryllis. Wird von der Pflanze gefressen, können die folgenden Vergiftungssymptome auftreten: Herzrhythmusstörungen, Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen, Zitterkrämpfe und Apathie. Auch Hautreizungen und Lähmungen werden sichtbar. Durch die Giftstoffe werden die Nieren geschädigt.

 

  • Azalee

Die Pflanze aus den asiatischen Bergwäldern, die sich auf Fensterbänken sehr schön macht, kann jedoch für Tiere gefährlich werden. Sie enthalten den Stoff Acetylandromedol, der Herz-Kreislauf-Probleme auslösen kann und auf Hunde, Katzen, kleine Nagetiere und auf Vögel giftig wirkt. Haustiere können in rauschartige Zustände verfallen. Typische Symptome sind dabei: Erbrechen, Speichelfluß, Taumeln, Durchfall, Zittern, Krämpfen, schwachem Puls sowie langsamem und angestrengtem Atmen.

 

  • Benjamini

Dürfen Kanarienvögel oder Wellensittiche im Zimmer fliegen, sollte diese Pflanze kein Teil des Raums sein. "Knabbern die Vögel am Benjamini, kann das schwere Lebergeschwüre verursachen", warnt Heike Boomgaarden, Pflanzenexpertin laut T-Online. Geht es dem Haustier schlecht, seien Besitzer*innen oft ratlos und kämen nicht auf die Idee, Pflanzen als Verursacher in Betracht zu ziehen.

 

  • Buntwurz

So schön diese bunte Pflanze auch ist, sie wirkt auf Hunde, Katzen, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und andere Nager sowie auf Vögel giftig. Durch ihre Verwandtschaft zur Calla ist sie ebenso tödlich wie ihre Verwandte und ruft dieselben Symptome hervor, warnt PETA Deutschland e.V. auf seiner Website. Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat und scharfen Pflanzensaft, die bei Verzehr zu Darmentzündungen führen können. Weitere Vergiftungserscheinungen sind starker Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, und Schluckbeschwerden.

 

  • Calla

Ebenso schön wie tödlich: Nicht nur als Zimmerpflanze, auch in Gestecken ist die Calla sehr beliebt. Doch leider ist die Schönheit auch überaus gefährlich für Haustiere. Besonders ihr Pflanzensaft ist giftig, aber auch von der Knolle sollte man Haustiere fern halten. Knabbern die Vierbeiner an der Pflanze, löst dies Symptome wie Reizungen der Mundhöhle, Schwellungen bis hin zu Erbrechen, Durchfall und Gleichgewichtsverlust aus. Aber auch Zittern, Krampfanfälle, Atemstillstand und folglich Tod kann der Verzehr auslösen. 

 

  • Chrysanthemen

Einige Arten der Chrysanthemen enthalten Pyrethrine, die toxisch für Mensch und Tier sind. Die Giftstoffe sitzen im Pflanzensaft, den Blüten und Blättern. Werden davon größere Mengen verspeist, kann das für Haustiere tödlich sein. Vergiftungssymptome sind: Entzündungen der Haut, Durchfall, Erbrechen und Gleichgewichtsverlust. 

 

  • Drachenbaum

Sie sind besonders pflegeleicht und daher beliebte Zimmerpflanzen. Doch der kleine Baum mit den gelb-grünen Blättern, der gut für das Raumklima ist, ist für Haustiere ein Gesundheitsrisiko. Sein Pflanzensaft enthält sogenannte Saponine, die giftig sind. Aufgrund seines bitteren Geschmacks bleiben Hunde und Katzen meist fern. Werden doch mal kleinere Mengen aufgenommen, hat dies meist keine gesundheitlichen Folgen. Bei größeren Mengen können jedoch Durchfall und Erbrechen, Kreislaufstörungen und Krämpfe vorkommen.

 

  • Efeu

Was eigentlich eine typische Gartenpflanze ist, wird mittlerweile mit ihren dekorativen Blattformen und -farben auch gerne als Zimmerpflanze genutzt. Dabei gelten alle Sorten als gefährlich für Haustiere und lösen Brechdurchfälle, Kopfschmerzen und erhöhte Pulsfrequenz aus.

 

  • Einblatt

Ebenfalls eine der beliebtesten Zimmerpflanzen und gerne als Lufterfrischer genutzt, ist das Einblatt. So schön die Pflanze auch ist, in ihrem Inneren hält sie für Haustiere eine unschöne Überraschung bereit. Ihre Blätter und Stiele enthalten unlösliche Kalziumoxalat-Kristalle und Oxalsäure, die Vergiftungserscheinungen verursachen. Bei Berührung verursachen die Reizstoffe Schleimhautverätzungen, Schluckbeschwerden, Erbrechen und Durchfall. "Auch eine langfristige Schädigung der Nieren kann durch die Einnahme von Einblatt erfolgen", heißt es beim Portal "Plantura".

 

  • Kalanchoe

Diese Pflanze ist nichts für Stubentiger! Das flammende Käthchen wie die Kalanchoe auch genannt wird, ist giftig für Katzen. Ihre fleischigen Blätter enthalten ein Gift, das neurologische Auffälligkeiten wie etwa spastische Muskelkrämpfe auslösen kann.

 

  • Lilien

Sie versprühen einen wundervollen Geruch, dem auch Haustiere nur schlecht widerstehen können, dabei sind nahezu alle Art von Lilien hochgiftig - besonders für Katzen. Die enthaltenen Giftstoffe können zu akutem Nierenversagen führen, das sich jedoch erst ein bis drei Tage später bemerkbar macht. Zu spät, denn meist befindet sich das Tier dann schon in einem kritischen Zustand. 
 

 

  • Mistel

Vor allem zur Weihnachtszeit hängen sich Menschen gerne Mistelzweige in die Wohnung, um sich darunter zu küssen - so der Brauch. Als Tierbesitzer*in verzichtet man besser darauf, denn alle Pflanzenteile sind giftig. Vergiftungssymptome sind Magen-Darm-Beschwerden und Erbrechen.

 

  • Sagopalme

Die aus Südostasien stammende Zierpflanze ist auch in Deutschland sehr beliebt. Auch bekannt unter dem Namen Palmfarn ist sie nicht nur für den Menschen, sondern auch für Haustiere giftig. Das musste eine Hundebesitzerin aus Wisconsin (USA) bereits 2020 schmerzlich erfahren, denn ihre Französische Bulldogge starb, nachdem sie von der Zierpalme gefressen hatte. Alle Teile wie Stamm, Wurzeln, Blätter und Beeren sind dabei hochgiftig. Besondere Gefahr geht jedoch von den Beeren bzw. rötlichen Samen aus. Frisst ein Hund oder eine Katze nur einen Samen kann das bereits tödlich enden. Typische Symptome nach Verzehr sind Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen und Hautausschlag. Bereits beim Verdacht der Vierbeiner könnte daran genagt haben, sollte umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. 

 

  • Tulpen und Narzissen

Als Vorboten des Frühlings ziehen Tulpen und Narzissen in die Wohnzimmer ein. Doch Vorsicht, sie sind für Hund, Katz & Co. giftig. Wird davon gefressen, sind Durchfall, Erbrechen und im schlimmsten Fall auch Atemstillstand die Folgen.

 

 

Warum sind viele Zimmerpflanzen giftig?

Viele der üblichen Zimmerpflanzen stammen ursprünglich aus den Tropen. „In ihrer heißen, feuchten Heimat benötigen sie giftige Wirkstoffe, um sich gegen natürliche Fressfeinde zu wehren“, zitiert T-Online Heike Boomgaarden. Die Gartenbauingenieurin und Pflanzenexpertin schrieb ein Buch über giftige Pflanzen, weil in ihrem Umfeld ein junger Hund starb. Sein Halter hatte zuvor mit frisch geschnittenen Oleanderzweigen Stöckchen geworfen, der Hund apportierte brav und bezahlte das mit seinem Leben.  

 

Was tun im Ernstfall?

Sollten Tierhalter*innen feststellen, dass ihr Tier von einer Zimmerpflanze gefressen hat, heißt es schnell handeln, denn das kann Leben retten. Bereits beim Verdacht sollte umgehend eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. Im besten Fall nimmt man eine Probe der Pflanze mit, an der das Tier geknabbert hat. Wichtig: Kein Erbrechen beim Tier auslösen!

 

Vorher informieren!

Neben den aufgezählten Zimmerpflanzen, gibt es noch viele weitere die für Haustiere giftig sind. Wer sich ein Haustier anschafft, egal ob Hund oder Katze, sollte sich immer vorher informieren, welche Pflanzen gefährlich sind und diese aus der Wohnung verbannen oder gar nicht erst anschaffen. Dasselbe gilt übrigens auch für den Garten: Auch dort lauern giftige Pflanzen für Vierbeiner.
 

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