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Rätselhafter Tod auf Malta wirft immer noch Fragen auf

In seinem ersten Urlaub ohne Eltern kommt der damals 17-jährige Mike aus Oldenburg ums Leben. Der Fall aus dem Jahr 2016 ging damals um die Welt - denn der Leiche fehlten alle Organe! Die Akte zum Tod des Jungen wurde zwar vor rund zwei Monaten geschlossen, doch jetzt rollen Medien den Fall neu auf.

Ein Fall wie von Hitchcock persönlich

Mike aus Oldenburg besucht 2016 seine Freundin auf ihrer Sprachreise in Malta, er nutzt die freie Zeit zum Mountainbiken und Skaten. Der 17-Jährige bleibt ein paar Tage länger auf der Insel und berichtet seiner Freundin via WhatsApp von einer anstehenden schweren Mountainbiketour. Es soll das letzte Lebenszeichen des Jugendlichen sein.

 

Mysteriöse Funde

Eine Woche nach dieser letzten Meldung findet die Polizei den Leichnam des Jungen ungefähr 30m unter dem Gipfel eines Berges. Das Fahrrad hängt über ihm in einem Strauch, weitere Utensilien wie Sonnenbrille und Schuhe liegen verstreut im Umfeld. Doch schon bei diesem Anblick stutzen die Ermittler: Das Fahrrad ist so gut wie unbeschädigt und beim Leichnam liegen keinerlei Utensilien wie sein Rucksack oder seine Action-Cam. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen finden die deutschen Gerichtsmediziner außerdem heraus, dass die Leiche keine Knochenbrüche vorweist - ein Sturz vom 30 Meter hohen Gipfel kann also ausgeschlossen werden.

 

Körper ist zu leicht!

Gestutzt wird nach der Überführung des Leichnams in die deutsche Gerichtsmedizin mehrfach: Die Leiche sieht zwar normal aus, wiegt aber nur 16 Kilo. Die Mediziner stellen daraufhin neben den nicht vorhandenen Knochenbrüchen fest, dass sämtliche Organe von Lunge über Leber bis Darm und Gehirn fehlen. Auf Rückfrage erklärt die maltesische Gerichtsmedizin, dass Wildtiere die Organe gefressen hätten und sich das Gehirn verflüssigte. Eine Erläuterung, die den deutschen Behörden damals schon wenig plausibel vorkommt.

 

Zusammenarbeit gestaltet sich schwierig

Der Obduktionsbericht aus Malta besteht lediglich aus einer Seite. Im Bericht wird kurz zusammengefasst beschrieben, dass die Leiche von Tieren ausgefressen wurde und keine genaue Todesursache festgestellt werden kann. Weder fehlendes Equipment, noch ein verdächtiger Bauer, von dem Polizisten mündlich berichteten, finden in diesem Formular Beachtung. Die Oldenburger Staatsanwaltschaft zählt zwar auf die gute Zusammenarbeit mit den maltesischen Behörden, doch der Austausch gestaltet sich sehr zäh. Scheinbar haben die zuständigen Kreise auf Malta wenig Interesse an genaueren Ermittlungen.

 

Vater und Schwester kämpfen – bis heute

Die Familie lässt seit dem Tod von Mike nichts unversucht, um Licht in diese dunklen Vorgänge zu bringen. Sie erstattet Anzeige gegen den Gutachter, setzt eine Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise aus und schreibt Bittbriefe an den Premierminister von Malta. Noch hat keine dieser Initiativen Erfolg, außer einem Ersuch der Staatsanwaltschaft Oldenburg, nach dem das maltesische Justizministerium neue Ermittlungen startet.

 

Ernüchterung in Juli

Vor nicht einmal zwei Monaten folgt die Ernüchterung in Form der Einstellung des Verfahrens. Die Staatsanwaltschaft von Malta erteilt zwar eine Aktenfreigabe für den Todesfall, berichtet die NWZ. Nach gründlicher Recherche kommen die deutschen Beamten jedoch zum Schluss, dass es zwar „einige Ungereimtheiten“ und „offene Fragen“ gibt, die aber allesamt nicht ausschlaggebend für den Todesfall sind.

 

Fehlende Puzzleteile

Mikes Vater arrangiert sich mit dem Ergebnis und erläutert gegenüber der NWZ: „Es sind zwar noch Fragen offen, aber die sind nicht substanziell. Mir fehlen einige Teile des Puzzles – ich kann aber das Bild erkennen.“ In einem vorigen Bericht ist von eigenen Theorien und Versionen die Rede. So könnte es zum Beispiel sein, dass sein Sohn dehydrierte und sich zur Abkühlung die Schuhe ausgezogen hat. Außerdem wäre es möglich, dass der maltesische Gerichtsmediziner in einen Organhandel verwickelt war und das vertuschen wollte.

Diese letzten Fragen werden vermutlich noch lange Unbeantwortet bleiben. Die neueren Berichte verschiedener Medien zeigen aber vielleicht doch schon bald ein neues Bild der Geschichte. Zu wünschen wäre es - allen voran der Familie, der Freundin und den Bekannten von Mike aus Oldenburg.

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