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Himmelspost für Papa: Kinder schicken Ballons in den Himmel

Ein Familienvater verliert den Kampf gegen den Krebs. Zurück bleiben eine trauernde Mutter und ihre Kinder. Um den schmerzlichen Verlust irgendwie aushaltbar zu machen, schicken die Geschwister jede Woche Luftballons mit Briefen und Bildern in den Himmel.

Tod des Vaters veränderte alles

Im Juli 2018 zerbrach das Leben der 34-jährigen Ines und ihrer beiden Kinder in tausend Teile. Ines' Ehemann und der Vater ihres zweitgeborenen Kindes verlor den Kampf gegen Blutkrebs endgültig. Nach Jahren des Bangens und Hoffens wurde der junge Familienvater von seinem Leiden erlöst. Seit dieser Zeit kämpfen die Hinterbliebenen mit Trauer, Wut und Unverständnis.

 



 

„Ich hielt seine Hand und schwieg“

Drei Monate vor der Geburt von Leo im Jahr 2012 erhielt Simon das erste Mal die Diagnose Blutkrebs. Die Behandlung schlug zunächst auch an. Doch das Glück sollte nicht lange halten. „Ich war ein Mensch mit einem starken Sicherheitsbedürfnis und hielt mich für viel zu schwach, um die aktuelle Situation zu überstehen. Ich sah in seine wunderschönen Augen, die noch nie zuvor so müde ausgesehen hatten. Ich küsste seine weichen Lippen, hielt seine Hand und schwieg“, berichtet Ines gegenüber der Presse.

Vier Jahre nach der ersten Behandlung schlug das Schicksal dann erneut zu. Simon erkrankte wieder an Blutkrebs. 
Der Kampf mit und um ihren geliebten Ehemann auf der einen Seite, und das Leben ihrer beiden Kinder, das so normal wie möglich weitergehen sollte, auf der anderen Seite, kosteten Ines viel Kraft. 

 

„Der Krebs macht mit seinen Scheren Papas Blut kaputt...“

Die Familie sprach offen über Simons Krankheit. Die Kinder wussten Bescheid. „Emma dachte bei dem Wort Krebs an ein Tier und so konnten wir besser mit dem Thema umgehen. Dieser Krebs zwickt keine Zehen, sondern macht mit seinen Scheren Papas Blut kaputt und zersägt die Knochen“, so die Mutter.

Im Juli 2018 folgte dann das Unvorstellbare: Ines, Emma und Leo mussten von Simon Abschied nehmen. Die Familie organisierte die Beerdigung. Emma und Leo durften den Sarg mitgestalten, ihn bunt bemalen. Mit den anderen Trauergästen ließen sie am Tag der Beisetzung bunte Luftballons mit Briefen in den Himmel steigen.

Diese "Himmelspost" ist seither zu einem festen Ritual geworden. Unter der Woche malen die Geschwister Bilder und schreiben Briefe für ihren Papa. Freitags werden diese dann zusammen mit Luftballons gen Himmel geschickt. Der sechsjährige Leo überprüft dabei jedes Mal genau, ob die Ballons auch wirklich aufsteigen. „Denn sonst kann Papa sie ja nicht lesen“.

 



 

Trauerbewältigung mal anders

Ines ist es wichtig, dass ihre Kinder trauern können und einen eigenen Weg finden, mit dem Verlust des Vaters umzugehen. Bereits während der Begleitung von Simons Krankheit hat sie einen Blog geführt und über ihren Alltag geschrieben. Heute nutzt sie ihre Beiträge, um zu trauern und aus ihrem Familienleben zu berichten. Außerdem hat die 34 Jährige ein Buch über das Schicksal ihres Mannes („Rock den Himmel, mein Held“) geschrieben.

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