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Wie Musik im Supermarkt unser Kaufverhalten beeinflusst

Ob im Supermarkt, im Möbelgeschäft, im Restaurant oder beim Klamottenkauf – überall werden wir mit Hintergrundmusik beschallt. Dabei soll die Musik vor allem für eines sorgen: Dass wir Verbraucher mehr Geld ausgeben.

Kaufverhalten durch Musik anpassen

Es gibt Studien, die belegen, dass das Tempo der Musik in Geschäften das Einkaufstempo beeinflusst. Bei langsamer Musik bleiben die Leute also länger, erklärt Monika Imschloß gegenüber der Berliner Zeitung. Sie ist Junior-Professorin für Marketing und Handel an der Universität Köln. Aber auch das Einkaufsverhalten kann damit geändert werden. Eine andere Erhebung hat ergeben, dass der Verkauf von französischem Wein angekurbelt wird, wenn im Hintergrund französischsprachige Musik läuft. Es dürfte uns also kaum verwundern, dass die meisten Händler die Musik in ihren Geschäften nicht dem Zufall überlassen.

 

Spezielle Sender für Einzelhandel

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe hat sogar einen eigenen Radiosender. Radio Max beschallt die Rewe- und Penny-Filialen – auch einige andere Händler greifen auf das Programm zurück. Die Auswahl der Musik ist dem Sender, der ausschließlich im Laden zu empfangen ist, besonders wichtig. Heavy Metal, Rap oder Volksmusik stehen genauso wenig auf dem Programm wie nervige und schrille Titel. Ein weiterer Pluspunkt des Supermarktradios für die Händler: Es bietet auch ein ideales Werbeumfeld. In kurzen Spots können gezielt Kaufimpulse gesetzt werden. Radio Max ist nicht allein am Markt. Bei Edeka, Deichmann, Fressnapf und Obi läut Radio P.O.S, in anderen Geschäften die Programme von Ketchup Musik, Mood Media oder Echion.

Ziel der Sender ist es, dass sich die Verbraucher im Geschäft wohlfühlen und die Atmosphäre positiv wahrnehmen. Stille im Laden ist keine Alternative. Man fühle sich so beobachtet und das erzeuge Unruhe.

 

Verein fordert ein Recht auf Ruhe

Doch nicht alle sind Fans der Dauerbeschallung in Geschäften und Restaurants. Der Verein „LautsprecherAUS!“ wehrt sich gegen die „allgegenwärtige Musikberieselung“. Das würde auf die Nerven gehen, die Konzentrationsfähigkeit vermindern, den Blutdruck steigen lassen und damit der Gesundheit schaden, so der Verein auf seiner Webseite. Gefordert wird die „Anerkennung eines Rechts auf Ruhe im öffentlichen Raum“. Ob sich das durchsetzen wird, ist fraglich. Dass der Verkauf aber auch ohne Hintergrundbeschallung gut funktionieren kann, zeigen die Discounter Aldi und Lidl. Wer hier mal die Ohren spitzt, hört nichts aus den Lautsprecherboxen hämmern.

 

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Quelle: Berliner Zeitung

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