Phänomen "Geisterstau"

Baustellen oder Unfälle führen in der Regel zwangsläufig zu einem Stau. Doch oftmals stockt der Verkehr auch ohne ersichtlichen Grund. Dieses Phänomen nennt man Geister- oder auch Phantomstau.

Ein Geisterstau - so entsteht er

Jede*r Autofahrer*in kann ein Lied davon singen: Man fährt auf der Autobahn und plötzlich fängt es sich an zu stauen. Doch weder ein Unfall oder eine Baustellen sind vorausgesagt und trotzdem reiht sich Stoßstange an Stoßstange. Ein Vorankommen ist kaum möglich.

Wenn genau das eintritt, spricht man von einem Phantom- oder Geisterstau. Entstehen tut dieser, indem durch zu geringen Abstand zum Vordermann ein plötzliches Bremsen zu einer Art Kettenreaktion führt. Denn jedes nachfolgende Fahrzeug wird daraufhin deutlich stärker abgebremst und das führt letztendlich zum Stillstand.

Besonders beim Auffahren auf die Autobahn ist dieses Phänomen zu beobachten. Dabei genügt ein unaufmerksamer Fahrer mit zu geringem Abstand, um diese Kettenreaktion auszulösen.

So wirkst du entgegen

Um dem eigentlich unnötigen Stau entgegenzuwirken, kann man sich die Natur als Vorbild nehmen, so Verkehrsexpert*innen. Im Speziellen die Ameise, denn bei den kleinen Krabbeltieren lässt sich beobachten, dass sich diese nur so schnell fortbewegen, wie es ihr Vordermann tut. So entsteht niemals Chaos im Ameisenbau und die Tierchen verrichten fleißig ihre Arbeit. Ein Test mit drei unterschiedlichen Fahrweise liefert dazu den Beweis.

 

Test zeigt: „Ameisenfahrer*innen“ deutlich entspannter als Tempo-Fahrer*innen

Auf einer Teststrecke von 75 km werden drei Fahrer*innen ins Rennen geschickt.

Der/die Ameisenfahrer*in hat dabei die Aufgabe, sich in gleichbleibendem Abstand zum Vordermann harmonisch im Verkehrsfluss zu bewegen. Gefahren wird auf der rechten Spur, überholen ist verboten. Der/die zweite Fahrer*in darf maximal 130 km/h fahren. Diese Geschwindigkeitsvorgabe gilt  auch für den Überholvorgang. Der/die Tempo-Fahrer*in hat lediglich das Ziel im Visier. Eine Geschwindigkeitseinschränkung gibt es nicht.

 



 

Am Ende fährt der/die Tempo-Fahrer*in als Erster ins Ziel. Doch der gemessene Stresspegel des Fahrers/der Fahrerin sowie der Benzinverbrauch fallen im Vergleich zu den beiden anderen Fahrweisen deutlich höher aus. Der ständige Spurwechsel, das Beschleunigen und Bremsen werden hier als Negativfaktoren genannt. Deutlich entspannter und kostengünstiger sind dagegen die beiden anderen Fahrweise. Der/die Ameisenfahrer*in, der sich stets in der Kolonne bewegt, kommt lediglich sechs Minuten nach dem Tempo-Fahrer ins Ziel. Die Expert*innen empfehlen bei einem hohen Verkehrsaufkommen die Ameisenfahrweise. Ist die Strecke jedoch frei, kann man natürlich auf Geschwindigkeit setzen.

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