Verbot bestimmter Tattoo-Farbe

Wer sich ein Tattoo stechen lässt, ist sich bewusst, dass es ein Leben lang hält. Doch vielen Personen könnte ihr Wunschmotiv schon bald verwehrt werden. Ab dem 04. Januar 2022 werden rund zwei Drittel aller Farben verboten.

REACH-Verordnung stellt Tätowierer*innen vor Probleme

 

Die Tätowier-Szene schaut mit Unsicherheit ins neue Jahr. Denn geht es nach der Europäische Chemikalienagentur (ECHA), sollen künftig keine blauen und grünen Farbpigmente für Tätowierungen mehr verwendet werden dürfen. Ab dem 04. Januar 2022 an verbietet die EU nämlich viele Inhaltsstoffe, die in diversen gängigen Tätowierfarben enthalten sind. 

Laut der „Bild“ plädiert die ECHA dafür, dass die Pigmente 74160 und 74260 verbannt werden. Dafür tritt bereits kurz nach dem Jahreswechsel die sogenannte REACH-Verordnung in Kraft, die die Arbeit in den Tattoostudios enorm einschränkt. Denn selbst wenn lediglich die beiden Farbpigmente Blue 15 und Green 7 betroffen sind, sind diese Bestandteile von fast allen bunten Tattoofarben. 

So reagieren Tattookünstler*innen aus deiner Region auf die Gesetzesänderung: 

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Das macht die REACH-Verordnung in RLP

 

Farben könnten gefährlich sein

Grund für die neue Gesetzeslage innerhalb in der EU ist der Schutz der Bürger*innen. Dies ist allerdings nicht genau geklärt. Zwar geht von Tattoofarbe ein gewisses Risiko aus, wie und ob die Körperkunst aber wirklich schädlich ist, ist nicht weiter untersucht. Durch die Aufbauweise der REACH-Verordnung müssen allerdings Hersteller*innen selbst beweisen können, dass Stoffe völlig unbedenklich genutzt werden können. Zu den beiden betroffenen Pigmenten wurden zwar bereits Studien angefertigt, diese können allerdings nicht den Standards der REACH-Verordnung entsprechen.

Grund für die fehlenden Studien ist beispielsweise die Erkenntnis des Bundesinstituts für Risikobewertung, die zu folgendem Urteil über die Pigmente kam:

"Die Gremien kamen übereinstimmend zu der Auffassung, dass die Pigmente eine geringe Toxizität besitzen, keine unzumutbaren Risiken für die menschliche Gesundheit darstellen und deshalb die Priorität für weitere Studien und Bewertungen niedrig ist."

Aufgrund der Dringlichkeit der aktuellen Verordnung werden jedoch weitere Studien angestrebt. 



 

Was ist die Perspektive für Tattoofans?

Das große Problem für die Studios ist, dass momentan noch kein Ersatz angeboten werden kann, der der neuen Verordnung entspricht. Die Folge daraus ist, dass nach dem Jahreswechsel kaum Farben existieren, mit denen Tätowierer*innen bunte Tattoos stechen dürfen. Das stellt Tattoofans nach den Lockdowns erneut vor eine ungewisse Zukunft. Der Bundesverband Tattoo hat öffentlich zur Petition SAVE THE PIGMENTS aufgerufen, die sich mit dem Erhalt der bunten Körperkunst beschäftigt. 

Hier geht´s zur Petition

 

Quelle: Stern, Bundesverband-tattoo.de, DIE DA OBEN!, Bundesinstitut für Risikobewertung

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