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Tigermücke weiter auf dem Vormarsch

Tropenmücken breiten sich epidemisch aus – und rücken aktuell immer weiter Richtung Nordeuropa. Die Tiere alles andere als ungefährlich: Sie übertragen unter anderem Gelbfieber, Zika und Dengue.

Erfolge durch Sterile-Insekt-Technik

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) gehört zu den hundert schlimmsten invasiven Mückenarten.  Besonders unangenehm: Einige der exotischen Insekten haben bereits Baden-Württemberg (vor allem die Metropolregion Rhein-Neckar) erreicht. Experten rechnen damit, dass sich die Tigermücke noch weiter in Richtung Norden ausbreitet. 

Um der wachsenden Population entgegenzusteuern, wird nun auch die sogenannte Sterile-Insekt-Technik angewandt. Hierbei werden männliche Mücken Caesium-Strahlung ausgesetzt, wodurch ihr Sperma belastet wird.  Die behandelten Tiere werden dann ausgesetzt um sich mit Tigermücken-Weibchen zu paaren. Aufgrund des Caesiums im Körper sind die Eier der weiblichen Insekten jedoch nicht lebensfähig. Der Fortpflanzung kann somit Einhalt geboten werden.

Schon im letzten Jahr wurde die Sterile-Insekt-Technik in Freiburg angewandt und zeigte Erfolge: „Wir konnten 15 Prozent weniger Schlupf registrieren, als bei der herkömmlichen Methode. Das Ziel sind aber 80 bis 90 Prozent", so  Norbert Becker von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage.

 

Gefährlich für den Menschen

Klimamodelle haben gezeigt, dass sich die Grenzen aufgrund steigender Temperaturen nach Norden verschieben werden, berichten Wissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstituts und der Goethe Universität Frankfurt. In Südeuropa werde die Tigermücke dagegen wegen der zunehmenden Sommertrockenheit wohl nicht mehr so häufig vorkommen. 

Im vergangenen Jahr wurden 25 Exemplare der gefährlichen Art bei den Experten am Müncheberger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung eingeschickt. "Es bleibt abzuwarten, ob die in Baden-Württemberg und Thüringen entdeckten Populationen den teilweise doch sehr kalten Winter überstanden haben", so die Experten.

Die exotischen Insekten übertragen Gelbfieber, Zika und Dengue und sind daher nicht ungefährlich für Menschen.

 

Mückenplage in Rheinland-Pfalz?

Generell könnte 2017 ein mückengeplagtes Jahr für Deutschland werden. Aufgrund der warmen Temperaturen sind bereits die ersten Insekten unterwegs – und das schon zwei bis drei Wochen früher als sonst! Wird es dann wieder feucht und warm, drohe eine regelrechte Plage, schätzt Biologin Doreen Walther, Mückenexpertin im Leibniz-Zentrum in Müncheberg. Vor allem in Rheinland-Pfalz haben die Eier der Mücken in Brutstätten wie Regentonnen oder Pfützen überstanden.

 

Quelle: Spiegel Online / Mannheimer Morgen
 


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