Invasion: Hunderte Erdschnakenlarven im Rasen und auf der Terrasse

Wer jetzt trockene, braun-gelbliche Flecken oder Kahlstellen im Rasen hat, sollte Ausschau nach der Erdschnakenlarve halten. Die grau-braunen, etwa 3-4 cm langen Larven fressen im Boden die Wurzeln ab und kommen aber auch zu Hunderten aus dem Boden gekrochen. Was du jetzt dagegen tun kannst...

Erdschnakenlarven zerfressen Rasenwurzeln

erdschnakenlarven_Bild_RPR1_privat.jpg
Bild: Privat/RPR1.

Zu Hunderten kommen am Abend plötzlich grau-braune Raupen auf die Terrasse gekrochen. Besonders die jetzigen Wetterverhältnisse treiben die Larven aus dem Rasenuntergrund an die Oberfläche und dadurch auf Wege und Terrassen. Bei den Schädlingen handelt es sich um grau-braune, bis zu 4 cm große Erdschnakenlarven. 

Die fusslosen und stumpfköpfigen Raupen leben nur wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche und sind vorwiegend nachts aktiv. Sie verlassen ihre Erdgänge und fressen die oberirdisch wachsenden Pflanzenteile wie tiefliegende Blätter der Rasengräser und Pflanzenwurzeln ab. Dadurch wächst der Rasen schlecht und färbt sich braun, da das Wurzelwerk reduziert ist. Fleckenweise sind auch Kahlstellen zu finden. Zudem kommen vermehrt Vögel, da sie nach den Larven picken. Hält regnerische, bedeckte Witterung an, sind sie auch tagsüber an der Erdoberfläche zu beobachten. 

 

Hauptbefall im Frühjahr

Die Schnakenweibchen legen ihre Eier von August bis Oktober in die Erde ab. Für die Ablage wird bewachsener Boden wie Rasen bevorzugt. Aus den Eiern schlüpfen dann die beinlosen, beige bis braune Larven.

Die ersten Schäden treten bereits im Herbst bis Wintereinbruch auf. Die Larven überwintern in halber Größe im dritten bis vierten (letzten) Larvenstadium. Im Frühjahr fressen sie dann weiter und schädigen dann nochmals stark den Rasen, bis sie sich im Juni und Juli verpuppen. Wird nichts gegen die Schädlinge unternommen, gehen nicht nur die Pflanzen ein, dies führt auch dazu, dass es sehr viele Schnaken im Sommer geben wird.

Der Hauptschaden entsteht meistens Ende April oder im Mai. Bis zu 1000 Larven können pro Quadratmeter auftreten. Feuchte Grundstücke oder längere Regenperioden begünstigen die Entwicklung der Maden. 

Werden die Schnakenlarvenschäden erst im Frühjahr festgestellt, kann man auf biologischem Wege kaum etwas dagegen tun. Eine biologische Bekämpfung mit entsprechenden Nützlingsnematoden ist nur Mitte September bis Anfang Oktober in den ersten Larvenstadien möglich.

Eine chemische Bekämpfung mit einem Ködergranulat wie es von der Handhabung her ähnlich ist wie Schneckenkörner ist auch im Frühjahr möglich. Eine bis zwei Behandlungen sollten genügen. Das Granulat trägt man am Abend auf feuchten, kurz geschnittenen Rasen auf. Es werden 500g Cortilan Körnern pro 100 Quadradmeter empfohlen.

 

Vorsicht bei Bepflanzung von Gemüsegärten

Wenn im Herbst bereits festgestellt wurde, dass viele Schnaken unterwegs sind, sollte man im folgenden Jahr vorsichtig sein. Vor allem Gemüse-Pflanzungen im April und Mai können stark von dem Madenbefall betroffen sein, wie zum Beispiel Karotten. Kulturen, die erst im Juni bepflanzt werden, sind weniger risikobehaftet.

Um festzustellen, ob sich die lichtscheuen Larven im Boden befinden, können nasse Jutesäcke ausgelegt werden, die am folgenden Tag nach Maden abgesucht werden können. Gibt es viele Larven, wird empfohlen mit der Bepflanzung zu warten.

Wer jetzt denkt, er liefert den Maden erst gar keine Nahrung, in dem er nichts pflanz, irrt leider, denn die Raupen können nicht ausgehungert werden. Man kann allenfalls durch eine intensive, flache Bodenbearbeitung eine Reduktion erzielen.

 

Quelle: Bio Aktuell Schweiz, Meier AG, Maag Garden

Weitere Themen

Mehr von RPR1.