Schmerzhafter Kriebelmücken-Biss: Unbedingt Finger weglassen!

Gerade im Sommer haben Stechmücken wieder Hochsaison und sorgen regelmäßig für juckende Stiche. Doch wer Opfer einer Kriebelmücke wurde, der weiß, dass ihr Biss nicht nur sehr schmerzhaft sein kann, im schlimmsten Fall riskiert man sogar eine Blutvergiftung.

Inhalt

Wo kommen Kriebelmücken vor?

Wie sieht ein Biss aus?

Wie gefährlich ist ein Biss?

Das hilft bei einem Biss?

So schützt du dich vor Kriebelmücken

 

Kleine, unauffällige Blutsauger

Erst surrt sie um uns herum und wenig später sticht sie zu: Den juckenden Stich einer Stechmücke kann man sofort unschwer an Beinen und Armen erkennen. Die Kriebelmücke jedoch ist klein und unauffällig. Kriecht sie erst einmal unter die Kleidung, macht sie gerne einen Spaziergang auf der Haut, was sich wie ein "Kribbeln" anfühlen kann, daher auch ihr Name. Hat sie dann eine geeignete Stelle gefunden, sticht sie nicht etwa wie eine Stechmücke zu, sondern beißt ordentlich in die Haut. Die Folge: Betroffene erkennen den Biss erst viel später, der plötzlich starke Schmerzen und einen höllischen Juckreiz auslösen kann. Einen solchen Biss sollte man keineswegs auf die leichte Schulter nehmen und vor allem sollte man eines auf keinen Fall tun: kratzen!

 

Wo kommen Kriebelmücken vor?

Die meist nur zwei bis sechs Millimeter großen Kriebelmücken sind vor allem im Sommer vermehrt unterwegs, denn das ist die Zeit, in der sie schlüpfen. Gerade bei hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen entwickeln sich die Larven am besten. Am häufigsten findet man die kleinen unscheinbaren Blutsauger an fließenden Gewässern. Sie lieben die feuchte Umgebung, vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung. Aber auch in der Nähe von Pferden und Kühen kann man sie beobachten, denn mit Vorliebe beißen sie diese Tiere. Pferdebesitzer*innen haben sie bestimmt auch schon gesehen, denn wie Bremsen, halten sie sich gerne dort auf.

Eine gute Nachricht gibt es aber: In Wohnungen geht die Kriebelmücke für gewöhnlich nicht, erklärt das RedaktionsNetzwerk Deutschland laut Deutsche Prese-Agentur. Primär ernährt sie sich von Weidevieh, nur wenn kein Tier in der Nähe ist, wird auch gerne mal der Mensch gebissen. 

 

Wie sieht ein Biss aus?

Die Kriebelmücken gehören zu den sogenannten "Pool Feedern", zu Deutsch "Poolsaugern". Anders als Stechmücken saugen sie nicht über den Stich das Blut aus, sondern benutzen ihre säbelzahnartigen Mundwerkzeuge, um regelrechte Löcher zu bohren. Sie öffnen die Haut, bis ein kleiner "Pool" aus Lymphflüssigkeit entsteht. Diesen saugen sie dann aus. Aus diesem Grund nennt man sie auch "Poolsauger". Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin, erklärt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Dabei injiziert die Kriebelmücke verschiedene Substanzen, damit die Blutgerinnung nicht greife." Die Stelle beginnt fürchterlich an zu jucken und es kann zu einer allergischen Reaktion kommen.
 

 

Wie gefährlich ist ein Biss?

Wer schon einmal von einer Kriebelmücke gebissen wurde, kann sicherlich bestätigen, dass dies ganz schön schmerzhaft sein kann. Zu Beginn juckt die Bissstelle nur sehr stark. Auch wenn in Deutschland laut dem Wissenschaftler Tomas Jelinek, meist keine größere Gefahr von Kriebelmücken ausgeht, kann es in seltenen Fällen dennoch zu einer Entzündung an der Bissstelle kommen. Oftmals kommt dies vor, wenn die Wunde vor lauter Juckreiz aufgekratzt wird und Erreger eintreten. Daher sollte man eines auf jeden Fall beherzigen: Finger weglassen!

Wer kratzt, risikiert, dass es zu einer starken Schwellung kommt, mit der man wochenlang zu tun hat. Auf der Haut kann sich aber auch eine mit Flüssigkeit gefüllte Pustel entwickeln, aus der ein großer blauer Fleck entstehen kann. Neben einem Hämatom, kann es im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung kommen. Denn die kleinen Plagegeister reißen eine Wunde in die Haut, durch die zusätzlich Bakterien oder Schmutz eindringen können. Die Folge sind Eiterungen, Entzündungen oder einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung.

Sprich: Nicht die Kriebelmücke selbst stellt eine Gefahr dar, sondern wenn Betroffene die Wunde ungewollt aufkratzen. 

RPR1.Hörerin Yvonne hat leider auch schon Bekanntschaft mit einer Kriebelmücke gemacht und weiß, wie schmerzhaft ein solcher Biss sein kann.

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Erste Hilfe bei einem Biss

Bemerkt man den Stich der Kriebelmücke, sollte man schnell handeln. Erster Schritt, wenn es sich um eine offene Wunde handelt, desinfizieren, um eine Entzündung zu vermeiden. Juckt und schmerzt es noch so sehr, lieber nicht kratzen und stattdessen zu einer kortisonhaltigen Creme greifen. Bei mehreren Stichen ist es ratsam ein Antihistaminikum einzunehmen. Außerdem hilft es, die betreffende Hautpartie zu kühlen, rät der Experte. 

Wenn sich eine Bissstelle entzündet oder es nach einem Biss zu Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost oder Überkeit kommt, sollte man eine Arztpraxis aufsuchen. Denn das könnte auf eine Blutvergiftung hindeuten.

 

So kannst du dich vor der Kriebelmücke schützen

Die besonders gemeine Angriffstechnik der Kriebelmücken bietet auch einen Vorteil - sie können mit ihren Mundwerkzeugen nicht durch Kleidung durchstechen (im Gegensatz zu Stechmücken mit einem Rüssel). Kleidung ist also der beste Schutz! 

Wer sich also länger oder oft draußen aufhält oder weiß, dass er sich in Regionen mit vielen Kriebelmücken im Freien bewegen wird, der sollte besonders am Morgen und am Abend daran denken, so viele Hautstellen wie möglich zu bedecken. Ist es für lange Kleidung jedoch zu heiß, hilft auch herkömmliches Abwehrmittel gegen Mücken. 

 

Welche Mittel helfen außerdem?

Wie Prof. Thomas Löscher, Direktor der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin am Klinikum der Universität München, erläutert, sind Produkte mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin meist wirksamer als Mittel mit ätherischen Ölen wie zum Beispiel Zitrone oder Eukalyptus.

Wer sich meist in geschlossenen Räumen aufhält, muss eigentlich auf keinen speziellen Schutz achten. Kriebelmücken zieht es für gewöhnlich nicht in geschlossene Räume.

 

Quelle: dpa, RND

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