Gefährlicher Husten am Morgen

Morgendlicher Husten sollte keinesfalls unterschätzt werden! In einigen Fällen steckt mehr dahinter als nur Frosch im Hals oder eine Erkältung.

Morgenhusten nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist unheilbar und dennoch den wenigsten Menschen wirklich ein Begriff. Dabei ist sie laut Weltgesundheitsorganisation die dritthäufigste Todesursache weltweit. Da COPD nur wenig Menschen kennen, lassen sich dementsprechend auch wenig Betroffene behandeln und gehen damit ein hohes Risiko ein.

Vor allem Raucher dürften jetzt die Hand strecken: Wer kennt ihn nicht, den fiesen Morgenhusten mit hartnäckigem Auswurf? Der sogenannte Raucherhusten ist gar nicht so harmlos wie viele vielleicht denken, denn der kann ein Hinweis auf COPD sein. Dabei verengen sich zunehmend die Atemwege, worauf Betroffene vor allem nach dem Aufstehen mit einem starken und immer wiederkehrenden Husten reagieren. Das Lungengewebe verliert zunehmend an Struktur, insbesondere die Lungenbläschen. Zum chronischen Husten gesellt sich mit der Zeit Atemnot, Kurzatmigkeit und eine Engegefühl in der Brust. Außerdem können beim Ausatmen Geräusche zu hören sein.

 



 

Keine Heilung möglich

Mediziner rechnen damit, dass in etwa 15 Prozent der Deutschen über 40 Jahre und knapp 30 Prozent der über 70 Jährigen von COPD betroffen sind. Dabei sind rund 80 Prozent der Betroffenen Raucher.Zu den Risikofaktoren für diese chronische Erkrankung der Atemwege zählen neben Zigaretten, Luftverschmutzung und schädliche Stäube am Arbeitsplatz.

Eine Heilung von COPD ist bisher nicht möglich. Wer sich in medizinische Behandlung begibt kann das Fortschreiten der Krankheit jedoch deutlich verringern.

 

Immer häufiger auch Nichtraucher betroffen

Eine Studie der University Of British Columbia hat die Risikofaktoren bei der COPD neben dem Konsum von Tabak untersucht. Dabei haben die Wissenschafter herausgefunden, auch Nichtraucher können an der meist tödlich verlaufenden Lungenkrankheit erkranken. Außerdem ist bei Asthma-Patienten sowie Menschen steigendem Alter das Risiko erhöht, die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit zu bekommen.

Das Forscherteam aus Vancouver bei der Analyse von rund 5200 Personen festgestellt, dass Raucher doppelt so häufig an diesem Lungenleiden erkranken. Erstaunlicherweise waren 27 Prozent der COPD-Patienten Nichtraucher. Außerdem erkranken Frauen, die lange Zeit Passivrauch ausgesetzt sind, häufiger an COPD als Männer, die denselben Bedingungen ausgesetzt sind. Ebenso bedingten die Belastungen durch das Heizen mit Biomasse wie Kohle oder Holz, bei dem viel Feinstaub freigesetzt wird, ausschließlich bei Frauen ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Die aktuelle Datenanalyse bestätigt die Verbreitung der COPD unter Nichtrauchern und definiert darüber hinaus gemeinsame sowie geschlechtsspezifische Risikofaktoren für die COPD, so das Fazit der Wissenschaftler.

 

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