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Kreuzfahrtschiffe: Jedes Jahr verschwinden 20 Menschen spurlos!

Erst kürzlich ging eine Frau auf einer Kreuzfahrt in der Adria über Bord und konnte zehn Stunden später Gott sei Dank lebend gerettet werden. Was nach einem absoluten Albtraum klingt, kommt doch häufiger vor, als bislang angenommen. Demnach sollen jedes Jahr durchschnittlich 20 Menschen spurlos auf Kreuzfahrten verschwinden.

Frau trieb 1300 Meter entfernt von „Norwegian Star“

Erst vor wenigen Tagen war eine Urlauberin auf einer Adria-Kreuzfahrt über Bord der „Norwegian Star“ gegangen. Sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen konnten die Frau erst zehn Stunden später lebend aus dem Wasser retten.

Die „Norwegian Star“ sei vom kroatischen Hafen Pula auf der Halbinsel Istrien am Samstagabend in Richtung Venedig ausgelaufen, als die 47-jährige Passagierin kurz vor Mitternacht aus bislang ungeklärter Ursache über Bord ging.  



 

Viele Fälle werden nie aufgeklärt

So glimpflich dieser Vorfall auch ausgegangen ist, so enden die meisten von ihnen doch tödlich. Jedes Jahr sollen demnach durchschnittlich 20 Menschen auf Kreuzfahrtschiffen über Bord gehen, berichtet ein kanadischer Professor gegenüber Focus Online. Neben tragischen Unfällen sind es aber auch Suizide, die diese Zahl zustande bringt. Zurück bleiben dann traumatisierte Angehörige und Reedereien, die sich in Erklärungsnot befinden.

Die Sicherheit der Passagiere stehe auf allen Kreuzfahrtschiffen an oberster Stelle, heißt es weiter. Seit dem Jahr 2000 wurden 315 Fälle dokumentiert, bei denen Personen von Schiffen verschwunden seien. Bei 30 Prozent aller Fälle gibt es demnach keinen Anhaltspunkt, was mit den verschwundenen Passagieren passiert sein könnte.

 

Keine internationalen Standards

Wie Focus Online weiter berichtet, reagierten nur wenige Reedereien auf Anfragen zum Thema Sicherheit und vorhandenen Sicherheitssysteme. Einzig der deutsche Kreuzfahrt-Riese Aida betont, wie groß die Sicherheit der Passagiere geschrieben würde. Für den Fall Mann über Bord geben es außerdem noch keine internationalen Standards, heißt es weiter. Es würde an einer technischen Lösung gearbeitet werden, wird die Pressesprecherin von Aida Cruises zitiert.

Die Kreuzfahrtgesellschaft MSC Cruises hatte im Oktober 2017 über die Einführung einer intelligenten, videobasierten Sicherheitstechnologie berichtet, die zu einer schnelleren Erkennung von Notfällen, wie beispielsweise einer über Bord gegangenen Person, führen soll.

 



 

Hohe Strafen für Reedereien bei Nichtmeldung

Im Fall eines Vaters, dessen Tochter 2004 spurlos von einem Kreuzfahrtschiff verschwunden war und nicht wieder auftauchte, verabschiedete der US-Kongress durch den unermüdlichen Einsatz des Vaters, Licht in den Fall seiner Tochter zu bringen, 2010 den sogenannten Cruise Vessel Security and Safety Act. So wurde verabschiedet, dass Reedereien unter anderem bis zu 250.000 Dollar Strafe zahlen müssen, wenn das Verschwinden einer Person nicht innerhalb von vier Stunden gemeldet wird. Außerdem müssen Schiffe, die US-Häfen ansteuern, ein automatisches Mann-über-Bord-System installiert haben.

Ein Anwalt für Seerecht  betont in einem Interview, dass viele Reedereien diese Vorschriften bis heute nicht befolgen würden. So könne es Stunden dauern, bis das Verschwinden eines Passagiers bemerkt wird. Außerdem wirft er die Behauptung in den Raum, es gehe den Reedereien nur ums Geld. Es sei günstiger, einen Vermisstenfall zum Selbstmord zu erklären, als in teure Sicherheitssysteme zu investieren.

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