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Fieser Schädling: Der Dickmaulrüssler befällt fast alle Gartenpflanzen

Bevor der Dickmaulrüssler sich in unseren Gärten breit macht und nahezu alle Pflanzen befällt, sollte der Schädling rechtzeitig bekämpft werden. Jetzt im Frühjahr ist der richtige Zeitpunkt dafür!

Inhalt


 

Einsatz von Nematoden

Am wirksamsten ist es, den Dickmaulrüssler biologisch zu bekämpfen - und zwar mit Nematoden. Die lebenden Fadenwürmer sind bereits ab einer geringen Bodentemperatur aktiv. Laut dem Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer (LWK) Nordrhein-Westfalen sind die Arten Heterorhabditis bacteriophora, Heterorhabditis megidis und die Steinernema kraussei besonders gut für den Einsatz gegen Dickmaulrüssler geeignet.

Allerdings sollte mit der Schädlingsbekämpfung nicht gewartet werden, bis die Käfer bereits ausgewachsen sind. Es ist ratsam direkt gegen die Larven vorzugehen, denn auch diese können schon Unheil im Garten stiften. 

 

Wie funktioniert die Bekämpfung mit Nematoden?

Um die Fadenwürmer "einsatzbereit" zu machen, müssen die Nematoden, die sich in einem Tonmineralpulver befinden, zuerst in Wasser gelegt und dann mit einer Gießkanne über die zu behandelnden Pflanzen verteilt werden. Die winzigen Mikroorganismen dringen in die Larven des Dickmaulrüsslers ein und übertragen dabei Bakterien. Diese bringen die Puppen zum Absterben.

Bei dieser Methode ist es wichtig, dass der Boden während und nach der Behandlung feucht genug ist. Nur so können sich die Fadenwürmer fortbewegen. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, Nematoden eher bei Bewölkung oder in den Abendstunden zum Einsatz zu bringen, da sie UV-Licht nicht gut vertragen.

Bestenfalls sollte die Anwendung möglichst über einen Zeitraum von drei Jahren wiederholt werden. So kann sich auch kein erneuter Befall der Dickmaulrüssler ausbreiten.

 

Dickmaulrüssler haben keine besonderen Vorlieben

Ist der Dickmaulrüssler schon im ausgewachsenen Käferstatus (dunkelbraun bis schwarz und circa drei Zentimeter groß), so ist bei seiner Futterwahl nicht wählerisch. Alles was Hobbygärtnern lieb ist, steht auf dem Speiseplan. Dazu zählen:

  • Rosen
  • Buchsbaum
  • Rhododendron
  • Kirschlorbeer
  • diverse Stauden
  • Erd- und Himbeeren
  • Geranien
  • Primeln
  • Chrysanthemen

Da Dickmaulrüssler nachtaktiv sind, werden sie nur selten gesichtet. Tagsüber halten sie sich meist unter Mulch oder Laub, in Blumentopfen oder auch in dunklen Ecken des Hauses auf.

Ist eine Pflanze befallen, wird das oft erst durch das typische Schadbild deutlich: Zerfressenes Wurzelwerk und zernagte Blätter.

 

Finger weg von Chemiekeulen

Von einer Dickmaulrüssler-Bekämpfung mit chemischen Mitteln raten Experte, nicht zuletzt der Umwelt zuliebe, ab. Das Ungeziefer ist mit Insektiziden außerdem kaum zu fassen.

Es ist deutlich empfehlenswerter, schon beim Pflanzenkauf auf Schädlingsfreiheit zu achten. Da die Dickmaulrüssler nicht fliegen können, erfolgt eine Ausbreitung nämlich meistens durch bereits infizierte Pflanzen.

 

Käferfallen basteln

Es kann auch hilfreich sein, Käferfallen im Garten aufzustellen. Dafür genügt es schon, einen alten Blumentopf mit Holzwolle zu füllen. Stellt man diesen dann leicht schräg umgedreht ab, können die Dickmaulrüssler hineinkriechen.

Statt eines Blumentopfs kann auch ein geriffeltes Holzstück bei den befallenen Pflanzen platziert werden. Zwischen den Rillen kann sich der Schädling gut verstecken und so leichter gefangen werden.

 

Quelle: T-Online

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