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„Jerusalema-Challenge“: Musikkonzern bittet Polizei und Kliniken zur Kasse

Tausende Rettungskräfte, Polizist*innen, Ärzt*innen und ganz normale Menschen haben zum Song „Jerusalema“ getanzt und Videos davon online gestellt, um Optimismus in der Pandemie zu verbreiten. Jetzt kam sprichwörtlich die Quittung – vom Musikkonzern Warner Music. Die Empörung ist groß.

Innenministerium in NRW hat schon bezahlt

Die sogenannte „Jerusalema-Challenge“ ging im letzten Jahr um die Welt. Zum gleichnamigen Song tanzten Belegschaften von Krankenhäusern, Firmen oder Feuerwachen und stellten es in die Sozialen Netzwerke. Doch das hat nun ein teures Nachspiel: Der Konzern Warner Music hat nachträglich Lizenzgebühren für die Musiknutzung gefordert. Man habe für die betroffenen Polizeidienststellen bereits bezahlt, wie eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. „Focus Online“ hatte zuvor berichtet.

 

Rein symbolische Beträge?

Focus Online hatte am Wochenende einen Warner-Sprecher mit den Worten zitiert: „Wir lieben die Tatsache, dass die Fans hinter 'Jerusalema' stehen. Aber wenn Organisationen in Deutschland den Song nutzen, um sich selbst zu promoten, sollten sie sich unserer Meinung nach eine Synchronisationslizenz sichern.“ In diesen „schwierigen Zeiten“ sei es „wichtiger denn je, dass Künstler und Künstlerinnen für ihre Musik bezahlt werden, wenn sie von Dritten genutzt wird, um ihre Reputation zu steigern.“

Eine Sprecherin des Musikkonzerns bestätigte am Montag die harte Linie gegenüber der dpa. „Da wir uns des Charakters der «Jerusalema Dance Challenge» aber bewusst sind, berücksichtigen wir durch abgestufte Lizenzvergütungen die jeweiligen Rahmenbedingungen des betreffenden Nutzers. Daher bieten wir je nach Nutzer unterschiedliche Preiskategorien für unterschiedliche Nutzungen an, auch rein symbolische Beträge.“

 

Feuerwehrverband hatte vor Gebühren gewarnt

Der Landesfeuerwehrverband in NRW hatte nach Angaben von Geschäftsführer Christoph Schöneborn bereits Anfang Januar seine Mitglieder vor den Lizenzgebühren gewarnt. Damals habe man von ersten derartigen Schreiben erfahren, so Schöneborn am Montag. Man habe die Einsatzkräfte, die „im absolut guten Glauben“ handelten, vor Konsequenzen bewahren wollen. Tatsächlich habe er von einigen Feuerwehren erfahren, die ihre geplante Challenge abgesagt oder das entsprechende Video wieder gelöscht hätten, so Schöneborn laut dpa.

 

"Jerusalema" kommt aus Südafrika

Der eingängige Song „Jersualema“ der Südafrikaner DJ Master KG und Nomcebo Zikode hatte sich während der Pandemie auf der ganzen Welt zu einem Hit entwickelt. Zuerst gab es über die Videoplattform „TikTok“ etliche Videos mit Gruppentänzen, dann schwappte die Welle auf Helfer*innen im Krankenhaus, Arztpraxen, Polizeiund Feuerwehr über.

Auf der Facebook-Seite von „Warner Music“ häuften sich laut dpa am Montag kritische Kommentare, in denen dem Konzern oft unangemessenes Verhalten vorgeworfen wurde. Eine Nutzerin schrieb: „Ihr solltet die zusätzlichen generierten Einnahmen die ihr nun erhaltet (Jerusalema) spenden. Jedenfalls das Geld, welches ihr von den Feuerwehren, Polizeistationen usw. erhaltet!“

 

Quelle: dpa

 

 

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