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Medienberichte über mögliche Verätzungsattacken

Frauen trinken unwissentlich Giftlauge statt Cocktail

Bereits im Juni dieses Jahres ereignete sich der Vorfall am Neusser Markt - erst jetzt wurde die Geschichte öffentlich. Zwei Frauen haben sich dort in einem Lokal einen alkoholischen Cocktail bestellt und statt des beliebten Drinks eine Giftlauge vorgesetzt bekommen!

Getränk hatte merkwürdige Farbe

Die beiden Frauen (51 und 52 Jahre alt) wollten im Sommer gemeinsam in einem Lokal am Neusser Markt mit einem erfrischenden Cocktail anstoßen. Obwohl ihnen die Farbe des Getränks etwas merkwürdig vorkam, tranken sie aus ihren Gläsern - eine der beiden spuckte alles sofort wieder aus, die andere schluckte die Flüssigkeit, die sie im Mund hatte, hinunter.

Ihre Zunge schwoll an und die Lippen platzen auf, wie der Express schreibt. Die Frau musste zunächst von einem Notarzt versorgt und dann sogar intensivmedizinisch behandelt  werden. Wie sich herausstellte, hatte sich in ihrem Glas seine ätzende Lauge befunden! Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln.

Barkeeper im Visier der Ermittler

Erst jetzt berichteten die beiden Frauen erstmals gegenüber der Presse über das schreckliche Erlebnis. Zunächst war nicht eindeutig klar gewesen, ob die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall möglicherweise einstellen würde. Wie es im Express heißt, werde nach einer Beschwerde nun doch weiter ermittelt. Im Visier läge der Barkeeper. 

Eine Sprecherin der zuständigen Staatsanwaltschaft Düsseldorf erklärte: „Die Akten befinden sich derzeit bei der Polizei zu weiteren Ermittlungen. Es gibt einen Beschuldigten, der noch nachvernommen werden muss.“

Basische Lauge mit einem ph-Wert von 13,4

Eine der beiden Frauen reagierte trotz der schlimmen Schmerzen und des Schocks damals geistesgegenwärtig. Sie hatte das Gift-Getränk in eine leere Falsche gefüllt, diese mitgenommen und untersuchen lassen. Das Ergebnis: Bei der Flüssigkeit handelte es sich um eine basische Lauge mit einem ph-Wert von 13,4. „Höher als 14 geht nicht, es roch nach Spüllauge,“ erklärte später das Kreisgesundheitsamt.

Bei dem Opfer sollen laut Medienberichten "zwei Drittel der Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm verätzt worden sein". Heute gilt die Frau offenbar als chronisch krank.

Express berichtet über ähnliche Fälle

Der Express berichtet im Zusammenhang mit dem Vorfall in Neuss aktuell über ähnliche Fälle, die sich bundesweit ereignet haben sollen.

Eine Münchner Zahnärztin erlitt, nachdem sie aus einem Wasserglas in einem Restaurant getrunken hatte, innere Verätzungen. Ähnlich erging es einer jungen Frau aus Kempen, die Wasser in einem Fast-Food-Restaurant getrunken hatte.

Drei anderen Damen aus Herzogenrath und Ulm passierte das gleiche - auch sie erlitten teils schwerste Verätzungen nachdem sie in Lokalen Wasser bestellt und getrunken hatte.