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Wer Laub falsch entsorgt, riskiert ein hohes Bußgeld!

Was macht man nur mit all den heruntergefallenen Blättern im Garten oder Hof? Ab damit in die Biotonne? Vorsicht, die falsche Entsorgung kann teuer werden!

Kein Platz in der Mülltonne

Herabgefallenes Laub gehört nicht in die Bio- oder Restmülltonne. Dies sei laut der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen nicht der beste Ort, da die Kapazität der Tonnen schlichtweg nicht ausreicht, um sämtliches Herbstlaub zusammen mit den übrigen Abfällen aufzunehmen. 

 

Laub gehört nicht in den Wald

Auch wenn es so einfach klingt, Herbstlaub darf nicht im Wald entsorgt werden. Wer illegal Gartenlaub im Wald ablädt und erwischt wird, riskiert ein Bußgeld von bis zu 300 Euro. Je nach Bundesland und je nach Menge der pflanzlichen Abfälle kann dies aber auch mit bis zu 2.000 Euro geahndet werden. Beträgt die Menge mehr als eine Lastwagenfuhre liegt das Bußgeld in Rheinland-Pfalz bei etwa 1.500 Euro. Mit den hohen Strafen soll laut T-Online verhindert werden, dass die artenreichen Waldränder durch fremdes Laub gestört werden, denn verrottenden Gartenabfälle belasten Boden und das Grundwasser. 

Das Abladen von Grünabfall oder auch Erdaushub ist besonders bedenklich für die Natur. Schadstoffe, die in den Abfällen vorhanden sein können, gelangen so in die Umwelt und belasten diese. Giftige Stoffe könnten zudem in das Grundwasser sickern und Gewässer verschmutzen. 

 

 

50.000 Euro Strafe fürs Verbrennen 

Altes Laub sowie Rasenabfälle, Strauch- oder Baumschnitt dürfen seit 2015 nicht verbrannt werden, denn es können beim Verbrennen giftige Dämpfe entstehen. Auch könnten kleine Insekten, Nagetiere usw., die sich im Laub versteckt haben, verbrannt werden. Zudem wird nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Gesundheit durch die starke Rauch- und Rußbildung belastet und gefährdet. Durch das Verbrennen geht außerdem, laut Umweltschützer und Bundesumweltministerium, wertvolle Biomasse verloren.

Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen. 

In manchen Bundesländern ist das Verbennen von geringen Massen an Gartenabfällen erlaubt. Dies kann z.B. bei dem Grünflächenamt der Stadt/Gemeinde erfragt werden. 

 

 

Ab damit auf den Komposthaufen!

Laub lässt sich wunderbar kompostieren und bleibt so im Gartenkreislauf. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass der Kompost maximal zu 20 Prozent aus Laub besteht. Am besten wäre eine Durchmischung mit weiteren organischen Materialien wie Rasenschnitt, Küchenabfälle, Staudenreste und alte Zweige. Damit das alte Herbstlaub schneller verrottet, sollte man die Blätter vorab mit Hilfe eines Rasenmähers zerkleinern und anschließend schichtweise und mit anderem Grünschnitt auf den Kompost legen. Eichenlaub z.B. braucht sonst mehrere Jahre, bis es verrottet ist. 

 

Laubhaufen für Kleintiere

Das Herbstlaub lässt sich aber auch als Winterunterschlupf für Kleintiere nutzen. Dazu harkt man es in den Ecken des Gartens zu lockeren Haufen zusammen. Wichtig wäre dabei, dass der Haufen an einer windgeschützten Stelle angelegt wird und bis zum Frühling dort verbleiben kann, damit Tiere im Winterschlaf nicht gestört werden. 
 

Geeignet als Frostschutz fürs Gartenbeet

Einen sinnvollen Platz findet leicht verrottendes Laub laut der Landwirtschaftskammer auch in Gartenbeeten. Hier sorgt die wertvolle Blattmasse für eine ausgeglichene Bodenfeuchtigkeit und dient als natürliches Frostschutzmittel für Pflanzen - aber auch kleine Bodenlebewesen freuen sich über den Schutz vor Kälte und Frost. Dabei ist nur darauf zu achten, dass die Laubschicht nicht zu dick ist, sonst treten Fäulnisprozesse ein. Verrottet die Blätterschicht, entsteht mit der Zeit wertvoller Humus. 

Wer viel Laub im Garten hat, kann es auch in einen Laubkorb aus Maschendraht packen und lässt es langsam verroten. Im Frühjahr hat man dann für Erdbeeren oder Himbeeren etwas Humus. 

 

Laub richtig entsorgen

In Rheinland-Pfalz gibt es verschiedene Möglichkeiten, Gartenabfälle sowie Laub kostenlos zu entsorgen. Wer einen Komposthaufen im Garten hat, kann diesen nutzen, ansonsten kann man es bis zu einer gewissen Größe und Menge über die Biotonne entsorgen. In fast allen Regionen gibt es aber auch spezielle Grünschnitt-Annamestellen sowie Recycling-Höfe. Einfach beim Wertstoffhof der Kommune nachfragen. In einigen Kommunen nehmen die Recycling-Höfe Herbstlaub und Grünabfälle aus dem Garten kostenlos entgegen.

 

Abnehmer übers Internet finden

Eine weitere Möglichkeit ist, über die Zeitung oder über Anzeigen im Internet Abnehmer zu finden. Darüber hinaus kann man auch beim Grünflächenamt oder beim Gemeindeamt nachfragen, ob es Personen oder Unternehmen gibt, die das alte Laub gerne nehmen.  

 

Gehwege sauber halten - nicht in den Gully!

Gehwege sowie öffentlich zugängliche Flächen müssen von Grundstückseigentümer*innen sauber gehalten werden. In Mietshäusern übernimmt teilweise auch der/die Hausmeister*in diese Aufgabe oder die Mieter*innen müssen sich darum kümmern. Wird das Laub nicht entfernt und es kommt zu einem Personen- oder Sachschaden, kann der/die Grundstückseigentümer*in oder Pflichtenträger*in haftbar gemacht werden. 

Heruntergefallene Blätter sollten dabei nicht in den Rinnstein entsorgt werdn. Gullies und Kanalisation könnten so verstopfen. Lieber in Sammelsäcken zum Wertstoffhof bringen. 

 

Quelle: t-online

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