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Schockierende Zustände in Hamburger Kita

Kita-Skandal: Erzieherinnen demütigen Kinder mit gemeinen Strafen

Kinder müssen in der Ecke stehen oder bekommen kein Mittagessen, weil sie „unartig“ waren. Sie werden beleidigt, angebrüllt und sie werden extrem fest angepackt. Zuerst waren es die Eltern, welche schwere Vorwürfe gegen die Kita Plaggenmoor in Neugraben erhoben haben. Jetzt packen auch Mitarbeiter der Einrichtung bei der Behörde gegen die eigenen Kollegen aus – und bestätigen die unglaublichen Zustände.

Schwere Vorwürfe gegen Kita in Hamburg  

Zu Beginn waren es mehrerer Eltern, die von den schockierenden Zuständen berichteten. Lange Zeit wusste keiner, was an den Vorwürfen wirklich dran ist. So waren die Reaktionen von Außenstehenden geprägt von Bedenken. Man bezeichnete die Betroffenen als „hysterischen Eltern“. Zudem war von „Überreaktion“ die Rede.

Nachdem aber das Jugendamt eingeschaltet wurde, verstummten auch die letzten Kritiker. Mitarbeiter des Gesundheitsamts beobachteten bei einem Besuch in der Kindertagesstätte einen „Vorfall“ und mehrere“ Mängel“ und meldeten dies offiziell den Kollegen. Das Jugendamt reagierte umgehend und schaltete die zuständige Sozialbehörde ein.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe haben sich weitere Zeugen bei der zuständigen Kita-Aufsicht gemeldet, so die Aussage der Sozialbehörde.

Entsetzte Eltern setzten sich zusammen

Die Situation spitzte sich immer weiter zu. Einige Eltern setzten sich schließlich zusammen, obwohl sie sich bis dahin kaum gekannt hatten. Tag für Tag kamen mehr Vorfälle ans Licht. Eltern berichteten davon, dass ihr Nachwuchs massiv angeschrien werde. Und als ob das nicht genug wäre: Hörten oder reagierten die Kinder nicht schnell genug, sollen die Mitarbeiter auch an ihnen gezerrt haben.

Kinder werden gedemütigt

Die „Hamburger Morgenpost” unterhielt sich mit vier Familien, von denen drei unerkannt bleiben möchten. Eine Mutter berichtete jedoch, dass ihre Tochter in einer Ecke stehen musste, weil sie „böse“ war.

Eine andere erzählte von Essensentzug als Strafe für „unartige Kinder“. „Als ich meine kleine Tochter, die ein bisschen pummelig ist, einmal bei ihrem Namen rief und sie nicht hörte, sagte meine große Tochter, ich müsse sie ,Fetti‘ oder ,Specki‘ nennen. Das würden alle in der Kita machen."

Supervisorin eingesetzt

Jetzt zeigt sich auch das Deutsche Rote Kreuz, welches Träger der Kita ist, betroffen. „Wir nehmen die Vorwürfe sehr ernst“, sagt Bereichsleiterin Katja Philipp. Man könne die Vorwürfe „hinsichtlich des Verhaltens gegenüber den Kindern nach Rücksprache mit den Mitarbeitern vor Ort aber nicht bestätigen“. Dennoch wird der DRK-Kreisverband Harburg noch in dieser Woche eine zusätzliche stellvertretende Kita-Leiterin einsetzen.

Zudem sind jetzt eine Fachberaterin und eine Supervisorin vor Ort, die das Team langfristig pädagogisch begleiten sollen.

Quellen: Express, Hamburger Morgenpost