LIVE
Wish you well - Michael Jarosch

Was verdient man als Erntehelfer – was passiert mit Kurzarbeitergeld?

Der Landwirtschaft fehlen hierzulande zehntausende Saisonarbeitskräfte, weshalb die Bauern in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft einen Aufruf gestartet haben: Wer hat Zeit und kann in der nächsten Zeit helfen?

300.000 Arbeiter fehlen

Es sind schockierende Zahlen, mit denen sich derzeit zahlreiche Landwirte konfrontiert sehen. Auf deutschen Feldern könnten wegen der Coronakrise schon bald 300.000 Arbeiter fehlen. Ab April herrscht beispielsweise Hochsaison beim Spargel in Rheinland-Pfalz und Salat/Gemüse müssen ausgepflanzt und gepflegt werden. Auch die Erdbeerernte ist in Gefahr.

 

Online-Plattform vermittelt schnell

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde deshalb innerhalb kürzester Zeit eine spezielle Online-Plattform ins Leben gerufen. Unter www.daslandhilft.de können sich nun Personen bewerben, die den Bauern auf den Feldern helfen wollen. Das Ziel ist dabei eine schnelle Vermittlung von Menschen, die Hilfe brauchen und denjenigen, die Hilfe anbieten. Bewerber geben dabei an, wann und wie lange sie helfen können.

 

Wer kann Erntehelfer werden?

Der Appell richtet sich an bestimmte Gruppen. Gezielt angesprochen sind laut dem Kölner Express zum Beispiel:

  • Personen, die sich Corona-bedingt derzeit in Kurzarbeit befinden
  • Asylbewerber und Geduldete, die arbeiten dürfen
  • alle anderen Interessierten, die in den kommenden Wochen mit einer Arbeit in der Landwirtschaft Geld verdienen und sich dabei für die Gesellschaft einsetzen möchten

 

Wer ist geeignet?

  • keine Anzeichen einer Infektion mit dem Corona-Virus
  • man darf NICHT zu einer Risikogruppe gehören
  • man darf in den vergangenen 14 Tagen NICHT in einem Risiko-Gebiet gewesen sein

„Wir gehen nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass Erntetätigkeiten auf dem Feld kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bergen“, heißt es auf der Webseite www.daslandhilft.de.

 

Was verdiene ich als Erntehelfer?

Es gibt keinen pauschalen Stundenlohn. Der Verdienst richtet sich je nach Angebot und ist mit dem Landwirt individuell zu vereinbaren. Natürlich gilt auch für Erntehelfer, egal ob aus dem Ausland oder fachfremd, der Mindestlohn als Untergrenze. Dieser liegt in Deutschland momentan bei 9,35 Euro pro Stunde.

 

Kann man weiterhin Kurzarbeitergeld beziehen?

Ja, aufgrund einer neuen gesetzlichen Anpassung ist das nun möglich. Einkommen aus einer Nebenbeschäftigung – wie eben der Erntehilfe – wird übergangsweise bis Ende Oktober 2020 bis zur Höhe des Nettolohns aus dem eigentlichen Beschäftigungsverhältnis nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Bedeutet kurzum: Mit einem Ernte-Job kann man am Ende das Kurzarbeitergeld so aufstocken, als würde man sein normales Gehalt bekommen.

 

Du hast noch mehr Fragen? Hier lang


 

Weitere Themen

Mehr von RPR1.