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Unwetter mit schlimmen Folgen für Tierbestand

Eichhörnchen von Hagel erschlagen - es wollte Babys schützen

Aufgrund der Unwetter letzte Woche in und um München haben viele Eichhörnchen-Babys ihre Mütter verloren. Ein Muttertier starb, als es seine Jungtiere vor dem Hagel schützen wollte. Es wurde leblos auf seinen Babys gefunden.

Muttertier stirbt, während es Jungtiere schützte

Das Unwetter mit starkem Hagel letzte Woche in und um München hatte auch schlimme Auswirkungen auf den Tierbestand. Innerhalb weniger Stunden, so berichtet die „AZ München“, wurden 30 verletzte Eichhörnchen und verwaiste Jungtiere in die Auffangstation des Vereins „Eichhörnchen Schutz“ gebracht. Womöglich ist die Dunkelziffer verletzter oder toter Tiere weitaus höher. Wie die Erste Vorsitzende Sabine Gallenberger gegenüber der Zeitung sagte, sei besonders tragisch gewesen, dass viele Muttertiere vom Hagel erschlagen wurden, als sie versuchten ihre Jungtiere in den Kobeln zu schützen. "Besonders emotional war ein Fall, bei dem wir einen Kobel aufgefunden haben, in dem die tote Mutter auf ihren noch lebenden Babys lag. Das hat uns sehr bewegt."

Verwaiste Tiere haben schlechte Überlebenschancen

Wenn Eichhörnchen verwaisen, hat das fatale Folgen. Jungtiere würden in freier Natur nicht lange überleben, denn im Gegensatz zu anderen Tieren, sind sie sehr lange von ihren Eltern abhängig. Aus diesem Grund sterben viele auch direkt in den Kobeln. Sie schaffen es nicht alleine hinaus, um sich Futter zu suchen, heißt es bei der „AZ München“.

Bereits um die 900 Eichhörnchen hat die Auffangstation aufgenommen. Die Jungtiere werden solange aufgepäppelt, bis sie eigenständig nach Futter suchen können. Dies dauert in der Regel etwa zwei Monate. Bei Neugeborenen kann dies einen Monat länger dauern. Erwachsene, verletzte Tiere werden meist, je nach Schwere der Verletzung, nach kürzerer Zeit wieder in die Freiheit entlassen.

Was tun, wenn ein verletztes Eichhörnchen gefunden wurde?

Wer ein verletztes oder gar verwaistes Tier findet, soll es zu sich nehmen und es wärmen. Die nähere Umgebung nach weiteren Tieren absuchen, denn in einem Wurf können bis zu sechs Jungtiere sein.

Gefundene Tiere sollen am besten in eine Auffangstation gebacht werden. Laien könnten laut der Münchener Tierschützerin nicht viel für die Nager tun. Wie sie gegenüber der „AZ München“ mitteilt, sei es schwierig ausgewachsenen Tieren zu helfen, da sie alle einen eigenen Käfig benötigten. "Generell ist es so, dass die Hilfe für diese Tiere auf Dauer schwierig wird, da die Zahl der hilfsbedürftigen Tiere steigt. Wir arbeiten hier alle ehrenamtlich, und unsere Helfer sind schon seit längeren stark überlastet."

Hier kannst du den Eichhörnchen Schutz e.V. unterstützen: