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Drama bei Commonwealth Games in Australien

Marathonläufer kollabiert - und keiner hilft

Beim Marathonlauf der Commonwealth Games in Australien kam es am Wochenende zu dramatischen Szenen: Rund zwei Kilometer vor dem Ziel brach der führende Läufer Callum Hawkins auf der Strecke zusammen – doch medizinische Hilfe bekam der Sportler erst Minuten später.

Läufer liegt in Führung und bricht zusammen

Das internationale Sportereignis, die „Commonwealth Games“ in Australien, wurden am Wochenende von dramatischen Szenen überschattet. Im Mittelpunkt stand der schottische Läufer Callum Hawkins, der rund zwei Kilometer vor dem Ziel der Marathonstrecke – in Führung liegend – vor Erschöpfung zusammenbrach. Bei Temperaturen von knapp 30 Grad taumelte der Sportler wie von Sinnen über die Straße und versuchte sich immer wieder aufzurappeln. Doch seine Beine konnten ihn nicht mehr tragen - er sackte mehrere Male zu Boden. Sein Lauf wurde schließlich beendet, als er bei seinem letzten Sturz mit dem Kopf in eine Streckenbegrenzung krachte.

Kollabierter Läufer zwei Minuten ohne Hilfe

Vor den Augen der Besucher dauerte es zwei lange Minuten, ehe medizinische Notfallhelfer eintrafen und sich um den benommenen Hawkins kümmerten. Zunächst verweigerte der 25-jährige Schotte jede Behandlung und wollte unter keinen Umständen aufgeben. Erst später sah der Sportler ein, dass er definitiv nicht mehr weiterlaufen konnte.

Sein Verfolger und der spätere Sieger Michael Shelley war zu diesem Zeitpunkt schon längst vorbeigezogen.

Große Diskussion um Sicherheit beim Marathon

Trotz der dramatischen Szenen sei die Lage zu keiner Zeit ernst gewesen, teilten seine Betreuer mit. „Er wurde in das Krankenhaus gebracht“, hieß es in einem Statement. Während der Läufer die Klinik nach einer Nacht wieder verlassen durfte, entbrannte unterdessen eine große Diskussion über die medizinische Versorgung der Sportler beim Event.

Marathon-Legende Paula Radcliffe fand deutliche Worte: „Ich bin geschockt. Es hat viel zu lange gedauert, bis Callum Hawkins versorgt wurde. Und dann haben sich die Sanitäter auch noch fahrlässig verhalten. Jeder Läufer will weiterlaufen. Aber nach einem Kollaps kann man nicht mehr rational denken.“

Das Organisationskomitee wies hingegen alle Anschuldigungen zurück. „Wir analysieren dieses Rennen sehr genau“, sagte ein Sprecher: „Wir können nicht an jedem Kilometer Straße Sanitäter postieren.“

Quelle: Welt