Was steckt hinter der „Frozen Shoulder“-Diagnose?

Die Symptome treten plötzlich auf und machen Betroffenen das Leben oftmals lange Zeit sehr schwer: Wenn die Schulter heftig schmerzt und der Arm infolgedessen steif wird, spricht man von einer „Frozen Shoulder“ (dt.: eingefrorene Schulter). Statt stillzuhalten und abzuwarten, sollte besser direkt ein Arzt aufgesucht werden.

Inhalt

Plötzlich Schmerzen - was dann?

So sieht der Krankheitsverlauf aus

Hilfe für Betroffene

Behandlungswege

Was bringen Medikamente?

 

 

Plötzlich schießen die Schmerzen ein

Wenn der Oberarm und im Speziellen die Schulter enorm schmerzt und alltägliche Bewegungen kaum mehr zu schaffen sind, sollten diese Symptome möglichst schnell von einem Arzt abgeklärt werden. Dahinter könnte das Krankheitsbild der „Frozen Shoulder“ stecken.

Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Schultergelenkkapsel, bei der anfänglich starke Schmerzen auftreten, die dann allmählich nachlassen, während das Gelenk gleichzeitig immer steifer wird. Diese Blockade kann Monate bis Jahre anhalten, bis sie sich von alleine löst.

Für Patienten sind die langanhaltenden Beschwerden mit einer Einschränkung der Lebensqualität und im Besonderen der Arbeitsfähigkeit verbunden. Eine einfache Streckbewegung, das Aufräumen eines Regals, das Besteigen einer Leiter oder das Föhnen der Haare können schnell unmöglich werden.

 

Der Krankheitsverlauf

Wer unter einer "eingefrorenen" Schulter leidet, durchläuft in der Regel drei Stadien, wie das Portal „Fitbook“ schreibt. Zuerst kommt es zur Entzündung der Schultergelenkkapsel, die bei Patienten große Schmerzen verursacht. Infolgedessen schrumpft und verklebt das Gewebe, weshalb es zu einer Versteifung und im übertragenen Sinne zu einem Einfrieren des Bewegungsapparates kommt. Tritt eine Linderung auf und der Arm lässt sich wieder beschwerdefrei bewegen, spricht man vom sogenannten Abtauen.

Da in der Anfangszeit starken Beschwerden auftreten, bewegen Betroffene den Arm kaum noch. Die Schultersteife setzt mehr und mehr ein und vor allem eine Dehnung nach außen ist dann stark eingeschränkt, heißt es weiter. In dieser Phase wird davon abgeraten, die Schulter massiv zu reizen, um beweglich zu bleiben.

 



 

Was können Betroffene tun?

Vor allem Patienten im Alter zwischen 40 und 60 Jahren sind oft von der Diagnose betroffen. Frauen leiden darunter häufiger als Männer. Treten die oben genannten Symptome auf, sollte der Hausarzt des Vertrauens zurate gezogen werden. Normalerweise folgt dann eine Überweisung zu einem Orthopäden oder einem Schulterspezialisten. Mittels Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) können dann die Beschaffenheit und die verschiedene Strukturen im Schultergelenk, wie etwa verdickte Bänder oder Kapselanteile, genauer beurteilt werden, was bei der Diagnostik helfen kann.

 

Wie läuft die Behandlung ab?

Im Vordergrund stehen konservative und damit nicht-operative Maßnahmen. Im Anfangsstadium, in dem die Schmerzen besonders groß sind, sollen eine Behandlung mit Eis, eine Elektrotherapie oder eine spezielle Wärmebehandlung in Kombination mit Massagen die Durchblutung verbessern.

Wassergymnastik eignet sich grundsätzlich hervorragend für den gesamten Krankheitsverlauf. Diese Sportart erhält die Beweglichkeit, lindert Schmerzen und hilft, den Bewegungsumfang am Ende der Erkrankung wieder zu erweitern.

Zusätzlich kann ein Physiotherapeut helfen, die verschiedenen Kapselbereiche zu mobilisieren. Mit Manueller Therapie kann außerdem das Bewegungsausmaß der betroffenen Schulter verbessert werden. Grundsätzlich sollten Übungen keine Schmerzen verursachen und Barrieren nicht überschritten werden. Wenn die „Frozen Shoulder“ langsam wieder „auftaut“, ist ein Training ebenfalls ratsam, um das erkrankte Gelenk wieder vollständig bewegen zu können.

 



 

Welche Medikamente helfen?

Besonders im ersten Stadium greifen Betroffene gerne zu gängigen Schmerzmitteln wie Ibuprofen. Doch in diesem Fall hilft das nur bedingt. Cortison, sowohl als Spritze als auch in Tablettenform, das vom Arzt verschrieben werden muss, zeigt dabei eine effektivere Wirkung. Durch die Einnahme von Cortison verschwindet neben der Entzündung auch das unangenehme Druckgefühl auf der Schulter.

Jedoch verkürzt das Cortison den Verlauf der Erkrankung nicht. Die Versteifung des Gelenks und damit das „Einfrieren“ lässt sich durch Medikamente nicht aufhalten. Wenn die Schmerzen jedoch nachlassen und die Bewegung merklich beginnt, sich einzuschränken, ist der ideale Zeitpunkt um mit der Physiotherapie anzufangen.

++ Nur ein Arzt kann eindeutig klären, woher individuelle Beschwerden kommen und was dahinter steckt! Ferndiagnosen, Zeitungsartikel oder Berichte im Netz ersetzen keine Diagnose eines Experten! ++ 

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