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„Ich hab‘ einfach nur funktioniert“

Bahnfahrer rettet zweijährigem Mädchen das Leben

„Ich hab‘ einfach nur funktioniert“, sagt Jörg Brenner. Doch es war viel mehr als das. Als der Straßenbahn-Fahrer an der Haltestelle in Essen stand und ihm 70 Menschen applaudieren, schießen ihm die Tränen in die Augen. Er wird von den Passagieren gefeiert, weil er noch vor ein paar Sekunden das Leben eines zweijährigen Mädchens gerettet hat.

Fahrgast löst Notruf aus

Am Dienstagmittag gegen 11:53 Uhr leuchtete in der Kabine des Fahrers eine Notfallleuchte: Ein Fahrgast hatte den Notruf ausgelöst. Brenner hörte aus dem hinteren Teil der Bahn Hilfeschreie. Sofort stoppte er die Bahn, um nachzusehen, was los war.  

Er sah ein zweijähriges Mädchen, das ohnmächtig am Boden in den Armen ihrer Mutter lag. Sie atmete nicht mehr und hatte keinen Puls. Noch am Morgen besuchte das Mädchen zusammen mit ihrer Mutter den Kinderarzt, aufgrund eines Magen-Darm-Infekts.

Wiederbelebung auf der Sitzbank

Dem Onlineportal „Der Westen“ berichtete Brenner, dass das Mädchen bereits blau angelaufen sei. Er zögerte keine Sekunde: Auf einer Sitzbank startete er die Wiederbelebung und bat einen Passagier die aufgelöste Mutter aus der Straßenbahn zu begleiten, damit diese sich die schreckliche Szene nicht weiter mitansehen musste. Brenner begann mit der Reanimation. Noch bevor die Rettungskräfte eintrafen, öffnete Sophie ihre Augen.  „Das Schönste war, als die Kleine plötzlich zu weinen begann“, schilderte der Fahrer den erleichternden Moment.

„Das war mein Papa“

Brenner erklärte, dass er kein Erste-Hilfe-Experte sei, aber durch seine Freunde von den Maltesern und der Feuerwehr wusste, was in solch einem Fall zu tun sei. Er ist sehr bescheiden, was die Rettung angeht, dabei hat er etwas Außergewöhnliches geleistet. Die Tochter der Straßenbahnfahrers schrieb stolz auf Facebook: „Das war mein Papa. War natürlich selbstverständlich.“