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Ertrinken sieht nicht aus wie ertrinken

Das Ertrinken geht nicht, wie im Fernsehen oft gezeigt, mit wilden Gesten und Hilfeschreien einher. Es ist fast immer ein ruhiger und wortloser Vorgang. Der Tod durch Ertrinken ist bei Kindern bis zu einem Alter von 15 Jahren der zweithäufigste Unfalltod - nach Verkehrsunfällen. So erkennst du, ob jemand in Not ist und Hilfe braucht.

Anzeichen des Ertrinkens kennen

Es kommt nicht selten vor, dass Kinder in der Nähe ihrer Eltern  - nicht mehr als 20 Meter entfernt – ertrinken, schreibt Mario Vittone, ehemaliger Rettungsschwimmer der US-Küstenwache in New Orleans auf seinem Blog. Zudem ergänzt er, dass in 10% dieser Fälle ein Elternteil sogar zusieht und dabei keine Ahnung davon hat, was gerade geschieht, denn: Ertrinken sieht nicht aus wie ertrinken! „In der Realität wird selten gewunken, geschrien oder wie wild gestrampelt“, erklärt Vittone.

 

Nach Hilfe rufen ist nicht möglich

Ertrinkende können sich nur 20 bis 60 Sekunden an der Wasseroberfläche halten, bevor sie untergehen. Rettungsschwimmern bleibt bei einem Notfall also nicht viel Zeit.

Handelt es sich „nur“ um eine sogenannte Wassernotsituation kann die Person winkend und schreiend auf ihre Lage aufmerksam machen und sich sogar aktiv an ihrer Rettung beteiligen, in dem sie sich zum Beispiel an einem Rettungsring festhält.

Beim tatsächlichen Ertrinken ist der Mensch laut Dr. Francesco A. Pia physiologisch nicht dazu fähig, Hilfe zu rufen. Das liegt daran, dass der menschliche Körper immer die Atmung sicherstellt, bevor gesprochen werden kann. Schafft es der Ertrinkende den Kopf über die Wasseroberfläche zu halten, ist nur Zeit zum Ausatmen und Einatmen, aber nicht um Hilfe zu rufen.

Auch ein Winken nach Hilfe ist laut Dr. Pia nicht möglich, da die Arme dazu genutzt werden, sich instinktiv über der Wasseroberfläche zu halten. Der hilflose Mensch kann das Ertrinken nicht durch bewusste und gesteuerte Bewegungen abwenden.

 

Daran erkennt man, ob ein Mensch zu ertrinken droht:

  • Kopf ist unter Wasser und nach hinten geneigt.
  • Der Mund ist auf gleicher Höhe mit der Wasseroberfläche.
  • Die Augen sind geschlossen. Wenn sie geöffnet sind, dann sind sie meist glasig und leer.
  • Person liegt vertikal im Wasser.
  • Atmung ist beschleunigt und ringt nach Luft.
  • Die in Not geratene Person versucht zu schwimmen, kommt aber nicht voran.
  • Person versucht sich auf den Rücken zu drehen.

 

Ein Tipp für alle Eltern: Spielende Kinder im Wasser sind immer laut. Sollte es plötzlich still werden, sollte man immer nach dem Grund schauen.

 

Quelle: Mario Vittone, Rettungstauchergruppe Main-Taunus-Kreis

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