Kann man durch antizyklisches Einkaufen wirklich viel Geld sparen?

Wer kauft schon einen Sonnenschirm im Winter oder Schneeboots im Sommer? Lässt sich mit antizyklischem Einkaufen wirklich mehr Geld sparen? Ein Experte räumt auf mit dem Mythos und erklärt, wann ihr beim Shoppen sparen oder sogar selbst mit euren gebrauchten Dingen mehr Geld machen könnt.

Zu welchem Zeitpunkt shoppt man am günstigsten?

Stehen große Anschaffungen ins Haus wie zum Beispiel neue Gartenmöbel oder eine neue Skiausrüstung, kann das ganz schön ins Geld gehen. Wann kauft man diese Produkte am preiswertesten? Schnäppchenjäger schwören darauf, dass man am meisten Geld sparen kann, wenn man zur richtigen Saison die entsprechenden Artikel kauft. "Antizyklisch" lautet hier der Geheimtipp. Das bedeutet, man kauft die Waren, wenn sich eigentlich saisonbedingt niemand dafür interessiert. Doch lässt sich damit wirklich viel Geld sparen? Geben Händler ihre Artikel wie etwa Sonnenschirme oder Ventilatoren im Winter tatsächlich günstiger ab, damit sie keinen Lagerraum dafür verwenden müssen? 

 

Lohnt sich: Second Hand-Ware antizyklisch kaufen

Wer gebrauchte Dinge kaufen möchte wie etwa einen Sonnenschirm, der sollte jetzt im Winter danach schauen. Im Winter kann dafür nicht so viel Geld verlangt werden, da die Nachfrage nicht so groß ist. Im Sommer hingegen, wenn viele Menschen auf der Suche nach einem Sonnenschirm sind, kann nun auch mehr Geld verlangt werden und die Preise steigen. 

Im Umkehrschluss heißt das, wer seinen alten Sonnenschirm verkaufen möchte, sollte das am besten im Sommer tun, wenn der Bedarf da ist und jeder einen haben möchte. Auch der gebrauchte Sandkasten der Kinder lässt sich besser und gewinnbringender verkaufen, wenn dieser im Frühjahr oder Sommer zum Verkauf angeboten wird, wenn er genutzt werden kann und danach gesucht wird. 



Kaufen, wenn es keiner braucht - wirklich eine gute Spar-Strategie?

Bei neuen Dingen sieht das anders aus, diese sollten gekauft werden, wenn sie gebraucht werden. Florian Kriegel von Idealo hat in der RPR1.Guten Morgen Show mit dem Mythos des "antizyklischen Shoppens" aufgeräumt. Drei Jahre lang untersuchte das Preisvergleichsportal Produkte aus 50 verschiedenen und beliebten Kategorien. Im Fokus standen dabei saisonale Artikel sowie die Kundennachfrage und deren Preisentwicklung. Das Ergebnis: "[...] ungefähr drei Viertel davon sind genau dann am günstigsten, wenn die Menschen es auch brauchen. Ein klassisches Beispiel sind Winter- und Sommerreifen. Die sind im Frühjahr bzw. im Winter am günstigsten, also dann wenn sie quasi auch gewechselt gehören am Auto. Ein anderes Beispiel sind Ventilatoren im Sommer. Da kann man bis zu 30% sparen im Vergleich zum Winter, also dann wenn man das Produkt auch braucht."

Ein Tipp: Über Preisvergleichsportale kann man die Preisentwicklung vieler Produkte beobachten und so herausfinden, ob die Preise seit Markteinführung stabil sind oder saisonal schwanken. Mit diesen Informationen lässt sich bestimmt das ein oder andere Schnäppchen schlagen.  

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