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ASTRONAUT - Sido / Andreas Bourani

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Flugzeuge lassen hierzulande am meisten Kerosin ab

Über Rheinland-Pfalz wird so viel Kerosin wie über keinem anderen Bundesland abgelassen – knapp 370 Tonnen Treibstoff wurden von Flugzeugen letztes Jahr über der Pfalz, dem Hunsrück und der Eifel in die Luft geblasen. Hierzulande sorgen die neuen Zahlen für eine große Diskussion – ist das sogenannte „Fuel Dumping“ in tausenden Metern Höhe eigentlich gefährlich für Mensch und Natur?

Zwei Drittel allein über Rheinland-Pfalz abgelassen

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Bild: Q77photo/Shutterstock - Symbolbild

Flugzeuge haben im letzten Jahr bundesweit 579,5 Tonnen Kerosin abgelassen, allein zwei Drittel davon über Rheinland-Pfalz. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage eines Grünen-Bundestagsabgeordneten an die Bundesregierung hervor.

Das Ablassen von Treibstoff bezeichnet die Regierung als „ein Notverfahren sowohl für zivile als auch militärische Luftfahrzeuge, um aus Gründen der Flugsicherheit eine sichere Kontrolle und Landung des Flugfahrzeuges zu ermöglichen“. Muss eine Maschine etwa die Route vorzeitig abbrechen und außerplanmäßig umkehren, kommt es in einigen Fällen vor, dass der Tank zu voll ist, um sicher zu landen. Piloten geben dann die überschüssige Menge Kerosin frei.

 

Diese Regionen sind besonders betroffen

Warum aber kommt es so oft über Rheinland-Pfalz zum sogenannten „Fuel Dumping“? Dafür ist vor allem die geografische Lage verantwortlich: Der Frankfurter Airport ist nah und Langstreckenflüge Richtung Amerika steuern meist über RLP. Auch die Militärflughäfen Ramstein (Westpfalz) und Spangdahlem (Eifel) sind ein Faktor.

In diesen RLP-Regionen wurde 2017 Kerosin abgelassen (Begriffe der Bundesregierung):

  • „Bereich Pfalz“
  • „Bereich Ramstein“
  • „Bereich Pfälzerwald“ 
  • „Bereich Westerwald“ 
  • „Bereich Hahn“
  • „Strecke Spangdahlem - Ramstein“

Ist „Fuel Dumping“ unbedenklich für Mensch und Natur?

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Bild: aapsky/Shutterstock - Symbolbild

Das Wirtschaftsministerium sieht hierbei keine Umweltgefahr. Es beruft sich auf eine 25 Jahre alte Studie, in der von einer „vernachlässigbaren Kontamination des Bodens“ die Rede ist. Auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt und der TÜV Rheinland sehen keinen Grund zur Sorge. Der Großteil des abgelassenen Kraftstoffes verdampfe ohnehin in der Atmosphäre und es lande nur eine verschwindend geringe Menge am Boden (0,02 Gramm je Quadratmeter). „Das ist so viel wie ein Schnapsglas Kerosin verteilt auf 1000 Quadratmeter“, heißt es seitens der Lufthansa.

Umweltschützer, wie etwa der Blog „Ecowoman“ aus Mainz, kritisieren das Verhalten der Behörden. Es sei bewiesen, dass Kerosin ein starkes Kontaktgift ist, das eine akute oder chronische Vergiftung verursachen
kann, wenn es oral eingenommen, inhaliert oder mit der Haut in Kontakt kommt. Eine neue Studie, die die Gefährdung durch „Fuel Dumping“ weiter beleuchtet, sei unabdingbar. Dabei heißt es: „Wer Benzin illegal in der Natur entsorgt, wird zu recht mit hohen Geldbußen bestraft. Wenn Flugzeuge jedoch ihren Tank völlig legal über Wälder und Städte entleeren, gilt das plötzlich als unschädlich und interessiert niemanden.“

Quelle: Rheinpfalz / Welt / Ecowoman

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