Mysteriös: Ehepaar landet mit schwerer Vergiftung im Krankenhaus

Ein Ehepaar aus Halle wird mit rätselhaften Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert, wo die Ärzte um das Leben der beiden kämpfen. Der Sohn des Paares gibt schließlich den entscheidenden Hinweis, mit dem es gelingt, die Eltern zu retten. Eine unglaubliche Geschichte, die jedem von uns passieren kann.

Verhängnisvolle Bohnen-Dose

Das Journal of Medical Case Report berichtet über diesen wirklich unglaublichen Vorfall: Ein Ehepaar aus dem Raum Halle hatte eine Dose selbst eingelegter Bohnen gegessen. Wenige Stunden nach dem Verzehr wurden sowohl der Mann als auch die Frau mit rätselhaften Symptomen ins Krankenhaus eingeliefert. Bereits auf der Fahrt dorthin hatte die 47-jährige Ehefrau Probleme sich zu artikulieren. Sie klagte außerdem über Schwindel und Augenflimmern.

 

Ehepaar schwebt in akuter Lebensgefahr

Kurz nachdem das Paar das Klinikum erreicht hatte, verschlechterte sich der Zustand der Frau rapide. Sie war plötzlich vom Hals abwärts gelähmt. Dann folgte das völlige Versagen der Lunge, woraufhin sie an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden musste. Nur einen Tag nach seiner Frau zeigte der 51-jährige Ehemann dieselben Symptome.

Das Paar schwebte zeitweise zwischen Leben und Tod. Die Ärzte standen vor einem Rätsel und konnten sich den Zustand der beiden nicht erklären. Selbst die Untersuchung im Kernspintomografen hatte keine Erkenntnisse gebracht.

 



 

Sohn liefert den entscheidenden Hinweis

Im Gespräch mit dem Sohn hatten die Ärzte dann von einer Dose selbst eingelegter Bohnen erfahren, von der er sich wegen des seltsamen Geruchs geweigert hatte zu essen. Die Vermutung der Ärzte erhärtete sich, als der sogenannte Maus-Bioassay-Test gemacht wurde, der im Blut der Eltern Botulinumtoxin A nachgewies. Die Diagnose stand fest: Das Ehepaar hatte sich unwissentlich selbst vergiftet!

Botulismus nennt man eine lebensbedrohliche Vergiftung, die durch verdorbenes Fleisch oder falsch eingekochte Konserven entstehen kann. In der Dose Bohnen hatte sich das Gift Botulinumtoxin gebildet, das die Eltern fast getötet hatte.

 

Die Rehabilitation der Eheleute dauerte Monate

Der Mann konnte nach acht, seine Frau nach elf Monaten das Krankenhaus und die Therapieeinrichtungen verlassen. Noch heute kämpfen die beiden mit den Nebenwirkungen der Vergiftung. Körperliche Schwäche und psychische Probleme verfolgen sie noch immer.

 

Quelle: Journal of Medical Case Reports

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