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Schimmel-Alarm: Wann gehört Essen in den Müll?

Ärgerlich, wenn der Einkauf vom Tag zuvor schon angeschimmelt ist. Wir verraten euch in diesem Artikel, was ihr beachten müsst wenn Brot, Früchte oder andere Lebensmittel verderben.

Expertin warnt vor schwerwiegenden Folgen

Auch wenn Lebensmittel frisch gekauft werden, kann es schonmal vorkommen, dass am nächsten Tag dunkle Druckstellen oder kleine, weiße Schimmelpelze zu sehen sind. Hierbei stellt sich die Frage: Wegwerfen oder einfach die schlecht gewordene Stelle herausschneiden und weiterverwerten? Anja Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, warnt insbesondere vor sogenannten "Mykotoxinen". Hierbei handelt es sich um ein giftiges Stoffwechselprodukt, das einige Schimmelpilzarten produzieren. Langfristig können dadurch Leber oder Nieren beschädigt werden und im schlimmsten Fall krebserregend wirken. Selbst das Erbgut kann, nach längerer Aussetzung der Giftstoffe, beschädigt werden und zu Fehlbildungen beim eigenen Nachwuchs führen. Die kleinen weißen Schimmel-Stellen sollten daher nie mitgegessen werden! 

 

Schimmelnde, wasserhaltige Produkte in die Tonne

Weiches Obst, Kompott, Säfte und Gemüse landen besser direkt im Müll. "Enthalten Lebensmittel viel Wasser, kann sich der Schimmelpilz schnell ausbreiten", warnt Gahl. Meist ist die Vermehrung des weißen Gift-Flaums auf den ersten Blick auch gar nicht zu erkennen. Dies gilt zudem für Weich-, Frisch- und Schnittkäse, Joghurt und andere Milchprodukte sowie angeschimmelte Konfitüren und Gelees. 
 


 

Wie verhält es sich mit Wurst, Käse und Brot? 

Großzügig wegschneiden darfst du oberflächlichen Schimmel, wenn er Hartkäse wie Parmesan betrifft. Allerdings nur, wenn der weißlich-grüne Fleck lediglich an der Oberfläche auftritt und es sich um ganze Stücke handelt. Bei stärkerem Schimmelbefall solltest du den Hartkäse wegwerfen, da die Pilze bereits in das Innere des Käses gelangt sein können! Geriebener Hartkäse hat ebenfalls keine Chance, er muss weg.
 
Luftgetrocknete Wurstwaren wie Salami oder Parmaschinken sollten bei Schimmelbefall auch weggeworfen werden. Ausnahme sind Rohwürste wie zum Beispiel Edelsalami - nach dem ersten Anschnitt sollte jedoch auch diese in den Kühlschrank verlagert werden.
 
Die Expertin warnt ebenfalls vor geschnittenen Toast- und Brotscheiben, die bereits schimmeln. Sobald ein Pelz erkennbar sei, könne man davon ausgehen, dass sich bereits unsichtbare Pilzfäden breit gemacht haben. Auch hier gilt: Besser wegschmeißen als wegschneiden. 

 

Nuss-Schimmel

Besonders anfällig sind Nüsse, zum Beispiel Pistazien, Erdnüsse, Haselnüsse sowie Trockenfrüchte (Feigen) und Gewürze wie Pfeffer und Paprikapulver. Der "Nuss-Schimmel" setzt den giftigen Stoff Aflatoxin frei. Dies ist ein Stoffwechselprodukt, das von bestimmten Schimmelpilzarten gebildet wird, die vor allem in tropischen Ländern und daraus importierten Waren ein Problem sind. Die sogenannten Aflatoxine gedeihen vorwiegend auf öl- und stärkehaltigen Samen, wenn das Erntegut zu feucht gelagert wurde. Es schädigt die Zellen und kann Leberkrebs verursachen. Generell gilt daher: Beginnen Nüsse an Schale oder Kern zu schimmeln, sollten diese deshalb sofort aussortiert werden. 
 
 


 

Präventiv gegen Schimmelbefall angehen

Prinzipiell kann Schlimmeres verhindert werden, indem Obst und Gemüse kühl gelagert werden und Brot trocken und luftig verstaut wird. Wichtig ist auch, den Biomüll regelmäßig zu leeren, sowie Vorratsbehälter oder Brotkästen regelmäßig mit Essig zu reinigen. 

 

Quelle: Apotheken Umschau

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