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Medikamente werden oft falsch eingenommen

Verbreitete Fehler bei Antibiotika-Einnahme

Egal ob Bronchitis, Lungenentzündung oder Salmonellen-Infektion: Antibiotika sind zur Bekämpfung von bakteriell bedingten Erkrankungen in der Medizin elementar. Damit sie uns bei der Genesung wirklich helfen, müssen sie aber unbedingt richtig eingenommen werden. Und daran scheitert es öfter als gedacht...

Fehler Nr. 1: Kombination mit Milchprodukten

Das Medikament sollte stets mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Und Flüssigkeit bedeutet in diesem Fall: Stilles Wasser oder Leitungswasser. Das beeinflusst die Wirkung von Antibiotika am wenigsten. Milchprodukte, Tee und Kaffee können die Aufnahme des Wirkstoffes hemmen. In der Zeit, in der ein Antibiotikum eingenommen wird, sollte deshalb möglichst auf kalziumreiches Mineralwasser und auch auf Milchprodukte wie Quark, Käse und Joghurt verzichtet werden. Gleiches gilt für Mineralstoffpräparate mit Kalzium, Zink oder Magnesium.

Fehler Nr. 2: Unregelmäßige Einnahme

Für die Wirkung eines Antibiotikums ist es essentiell wichtig, dass das Medikament regelmäßig eingenommen wird. Die Zeitabstände sollten gleich sein, um eine dauerhafte Menge des Wirkstoffes im Körper zu erhalten. Denn nur so können die Bakterien erfolgreich bekämpft werden.

Wird das Medikament einmal täglich verordnet, sollte es deshalb möglichst immer um die gleiche Uhrzeit eingenommen werden. Bei zweimaliger Anwendung pro Tag sollte ein Abstand von zwölf Stunden dazwischen liegen. Sind es drei Tabletten täglich, empfiehlt sich ein Acht-Stunden-Rhythmus.

Du solltest außerdem darauf achten, dass du das Medikament so einnimmst, wie es auf der Packungsbeilage empfohlen wird. Also entweder vor, zum oder nach dem Essen. Aufgrund möglicher Wechselwirkungen ist es wichtig, dass du dem Arzt mitteilst, wenn du andere Medikamente wie zum Beispiel die Antibabypille einnimmst. Diese kann nämlich in ihrer Wirkung durch das Antibiotikum beeinträchtigt werden.

Fehler Nr. 3: Zu frühes Absetzen

Wird ein Antibiotikum vom Arzt verordnet, ist es wichtig, dass du es konsequent bis zur letzten Tablette einnimmst – auch wenn die Beschwerden geringer geworden sind. Denn das bedeutet nicht, dass die Bakterien bereits vollständig aus deinem Körper verschwunden sind. Unter Umständen kann die Erkrankung erneut und sogar stärker wieder ausbrechen.

Wird das Antibiotikum zu früh abgesetzt, kann das außerdem dazu führen, dass man Resistenzen entwickelt. Treten Nebenwirkungen bei der Einnahme eines Antibiotikums auf, sollte das weitere Vorgehen mit dem Arzt besprochen werden. Dieselbe Regel gilt auch, wenn auch nach zwei oder drei Tagen Medikamenteneinnahme keine Verbesserung des gesundheitlichen Zustands eintritt. Keinesfalls solltest du das Medikament auf eigene Faust absetzen oder die Dosis verändern. Reste eines Antibiotikums solltest du auch nie aufheben und bei einer anderen Infektion eigenmächtig einnehmen.

Fehler Nr. 4: Falsche Entsorgung

Falls Tabletten übrig bleiben, sollten diese über den Hausmüll entsorgt werden. Einige Apotheken nehmen Arzneimittelrest ebenfalls zurück. Die Tabletten gehören auf keinen Fall in die Toilette oder ins Waschbecken, denn Kläranlagen können nicht alle Arzneimittelreste filtern. Deshalb sind Rückstände im Bereich von Kläranlagenabläufen sowie in Bächen, Flüssen und Seen zu finden – teilweise sogar im Grund- und vereinzelt im Trinkwasser.

Am häufigsten sind es Schmerzmittel und Antibiotika, die im Wasser nachgewiesen werden. Dadurch wird die Entstehung von Resistenzen bei Mensch und Tieren gefördert.

Fehler Nr. 5: Einnahme bei Erkältung

Wer eine Erkältung hat, braucht kein Antibiotikum. Das gilt auch für einen harmlosen grippalen Infekt oder eine Grippe. Bei Viren wirken Antibiotika nicht, sondern nur bei bakteriellen Entzündungen. Deshalb ist die Einnahme auch nur dann sinnvoll. Das betrifft zum Beispiel Erkrankungen wie eine Mittelohr- oder eine Nasennebenhöhlenentzündung.

Quelle: T-Online