Vorsicht bei Sonnencreme vom letzten Jahr!

Diese Woche wurden wir bereits mit jeder Menge Sonnenschein und dem ersten heißen Tag des Jahres 2022 verwöhnt. Und so soll es auch weitergehen, der Mai scheint zum Hochsommermonat mutieren zu wollen. Bestes Wetter also um sich ins Eiscafé zu setzen oder an den See zu legen und damit auch höchste Zeit an den Sonnenschutz zu denken. Doch halt, wenn ihr die Sonnencreme vom letzten Jahr weiterverwenden wollt. Warum ihr damit vorsichtig sein solltet, erfahrt ihr hier.

Wie lange ist Sonnencreme haltbar?

Sobald sich die Sonne blicken lässt, sind die Sonnenanbeter*innen nicht weit. Doch nicht nur im Urlaub am Strand ist ausreichender Sonnenschutz wichtig, gerade jetzt im Frühjahr sollte keinesfalls darauf verzichtet werden. Die Haut ist noch wenig gebräunt und daher besonders empfindlich. Schnell kann man sich da einen Sonnenbrand einhandeln und den will doch keiner. Doch muss man sich nun eine neue Sonnencreme kaufen oder kann man die vom letzten Jahr einfach aus dem Schrank holen und weiterverwenden? Wie lange hält Sonnencreme nach dem Öffnen und ist der Sonnenschutz noch ausreichend?

Ungeöffnete Sonnencremes halten laut Ökotest mindestens 30 Monate, d.h. also zweieinhalb Jahre. Hast du eine noch verschlossene Tube aus dem letzten Jahr im Schrank, kann diese bedenkenlos verwendet werden. Der Lichtschutzfaktor sowie die Wirksamkeit nehmen nicht ab, solange die Creme noch keinen Kontakt mit Luft hatte. Der Sonnenschutz bleibt bei geschlossenen Tuben also gleich. 

 

Bereits geöffnete Sonnencremes oder Sprays sind dagegen weniger lange haltbar. Auf der Rückseite der Sonnencreme findet man ein Symbol eines kleinen geöffneten Tiegels, hier ist auch das Haltbarkeitsdatum zu finden. Steht da zum Beispiel "12M", ist der Sonnenschutz nach dem Öffnen für mindestens zwölf Monate gegeben. Kleiner Tipp: Am besten das Datum des erstmaligen Öffnens mit einem Stift auf die Tube schreiben. 

Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Sonnencreme jedoch auch länger zu verwenden. Entsorgt werden sollte sie jedoch, wenn dies zutrifft: 

  • Creme war starker Hitze (in der Sonne oder im Auto) ausgesetzt 
  • Creme riecht nicht mehr gut, hat scharfen Geruch
  • Konsistenz hat sich verändert: Wasser und Öl haben sich abgesetzt
  • Creme hat sich verfärbt

 

Wenn die Sonnencreme richtig angewendet wird, sollte sie normalerweise nur einen Sommer halten. Die Regel lautet: 3-4 Esslöffel für den ganzen Körper eines Erwachsenen. 
 

 

Studie: Alte Sonnencreme ist womöglich krebserregend

Sonnencreme vom letzten Jahr einfach aufbrauchen, kann laut einer Studie von französischen Mikrobiologen der Sorbonne und Wissenschaftler der nationalen Forschungsbehörde CNRS schwerwiegende Folgen haben, denn diese kann krebserregend sein. Verantwortlich dafür sei ein Inhaltsstoff namens Octocrylen. Wie die Forschenden herausfanden, ist dieser Sonnenschutzfilter nach einem Jahr zum Molekül Benzophenon geworden, das in die Haut eindringen und dabei schwerwiegende gesundheitliche Folgen auslösen kann.

Mit der Zeit kann der Gehalt an Benzophenon in der Creme steigen. Das Problem daran ist, dass dieser Stoff wahrscheinlich krebserregend ist. Zudem steht er im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken, erklärt Ökotest. Aus diesem Grund bemängeln die Warentester*innen seit Jahren den UV-Filter Octocrylen in Sonnenschutzmitteln und empfehlen daher, lieber zu Sonnencremes ohne diesen Stoff zu greifen. Auch die französischen Forscher fordern ein Verbot der beiden Substanzen Octocrylen und Benzophenon. 

Tipp: Verschiedene Hersteller wie etwa Naturkosmetik-Anbieter verzichten auf den UV-Filter in ihren Produkten und setzen auf mineralische Filter. Diese erkennt man am "Weißel-Effekt" auf der Haut. Die hellen Mineralpigmente dringen nicht in die Haut ein und verbleiben auf der Oberfläche. So steht dem Sonnenbaden nichts mehr im Wege. 

 

Quelle: Ökotest, Apotheken Umschau

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