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Mit Ersthelfer-Apps zum Lebensretter werden

Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Minute. Sogenannte Ersthelfer-Apps sollen es zukünftig Rettungsleitstellen möglich machen, hilfebedürftigen Menschen schneller Hilfe zukommen zu lassen, bis der Rettungswagen eintrifft.

Schnelle Hilfe im Notfall überlebenswichtig

Erleidet ein Mensch beispielsweise einen Herzstillstand ist schnelle Hilfe gefragt. Oftmals dauert es fast zehn Minuten, bis der alarmierte Notarzt am Ort des Geschehens eintrifft. Dabei sind die ersten Minuten die entscheidenden. Wird nicht umgehend mit einer Herzdruckmassage begonnen, kommt oft jede Hilfe zu spät. Denn schon nach wenigen Minuten beginnen die ersten Gehirnzellen abzusterben, wenn nicht ausreichend Blut und damit Sauerstoff durch den Körper transportiert wird.

Bei einer Herzdruckmassage mit zusätzlicher Mund-zu-Mund-Beatmung kann der Zeitraum bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrückt werden, doch dafür Bedarf es Ersthelfer, die anpacken.

 

Apps lotsen freiwillige Helfer

So leicht das Vorgehen auch klingen mag, leider passiert nach einem Notruf in vielen Fällen bis zum Eintreffen des Arztes rein gar nichts. Zu groß ist die Angst, etwas falsch zu machen oder der Ernst der Lage wird erst gar nicht erkannt.

Die Möglichkeiten des technischen Zeitalters sollen nun Abhilfe schaffen. Denn mithilfe von speziellen Apps soll es Rettungsleitstellen zukünftig möglich gemacht werden, im Ernstfall freiwillige Ersthelfer, die sich in der Nähe des Hilfebedürftigen befinden, zu orten und zu alarmieren.



Ersthelfer-App: "Meine-Stadt-rettet"

Die Stadt Lübeck hat bereits erste Erfahrungen mit dem Einsatz solcher Programme. So konnten über 600 Freiwillige für die Teilnahme an der App „Meine-Stadt-rettet“ gewonnen werden. Neben Polizisten und Feuerwehrleuten machen auch viele Laien mit – unter einer Voraussetzung: Sie müssen einen Reanimationskurs absolvieren, um als Ersthelfer zum Einsatzort gelotst zu werden.

Eine erste Auswertung hat positive Werte gezeigt: Nach durchschnittlich vier Minuten traf ein freiwilliger Helfer am Notfallort ein. Deutlich schneller als der herbeigerufene Rettungswagen.

Die Ersthelfer-App soll nun auch in anderen Gebieten getestet werden, um zu sehen, wo das Warnsystem noch funktioniert und was zukünftig verbessert werden kann.

 

Rasante Entwicklung: Flächendeckender Aufbau geplant

Neben „Meine-Stadt-rettet“ gibt es noch einige andere Ersthelfer-Apps wie beispielsweise „Mobile Retter“, „FirstAED“ oder „corhelp3r“, die derzeit in anderen Bundesländern in der Erprobungsphase stecken.

Problematisch ist derzeit noch, dass jedes System für sich gewisse Standards in Anspruch nimmt, allerdings keines der Programme mit einem anderen kompatibel ist. So rasant die Entwicklung gerade auch ist, Mediziner und Experten fordern klare Vorgaben seitens der Politik, um eine Vereinheitlichung in naher Zukunft zu erzielen.

Nur so wäre es möglich, dass ein freiwilliger Ersthelfer beispielsweise aus Rheinland-Pfalz, künftig auch dann Leben retten kann, wenn er sich nicht in seinem Bundesland aufhält.



 

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