Einkaufskorb Supermarkt
Tara Clark/Pexels
Einkaufskorb Supermarkt
Von Quengelware bis SALE-Angebote

Supermarkt-Tricks: So werden wir beim Einkaufen beeinflusst

Supermärkte sind wahre Meister der Manipulation und setzen gezielt Strategien ein, um unser Kaufverhalten zu steuern. Von der Platzierung der Produkte bis zur Farbgestaltung - alles ist durchdacht.

Warum du mehr kaufst als geplant

Im Supermarkt treffen viele kleine Reize auf dich. Sie steuern, was du in den Wagen legst. Das passiert oft ohne bewusste Entscheidung. Supermärkte nutzen gezielte Platzierung, Preisgestaltung und Reize, um uns dazu zu verleiten mehr zu kaufen. 

Die SALE-Falle

Große rote Preisschilder erzeugen Aufmerksamkeit und suggerieren vermeintliche Schnäppchen. Doch Vorsicht: Viele der angeblichen Sonderangebote sind gar keine echten Rabatte – der Preis wurde entweder kaum gesenkt oder entspricht schlicht dem Normalpreis. Wird der hohe Originalpreis durchgestrichen, bekommen Kunden direkt einen Vergleichspunkt angezeigt. Der neue Preis wirkt dadurch günstiger, auch wenn der Unterschied klein ist.Kombinationen wie „2 für 5 Euro“ erhöhen den Kaufdruck. Du rechnest schneller in Angeboten als im Einzelpreis.

"Nur für kurze Zeit verfügbar"

Dieser Zusatz soll suggerieren, dass es sich um ein exklusives Angebot handelt, das schnell vergriffen sein könnte. Doch in vielen Fällen ist das reine Taktik, um Konsumenten zu einem schnellen Kauf zu bewegen. In Wahrheit bleibt das Produkt oft dauerhaft verfügbar.

Einkaufswege sind geplant

Die Warenanordnung im Supermarkt folgt einer klaren Strategie. Produkte mit hohen Gewinnmargen, wie Süßigkeiten und Getränke, finden sich oft an der Kasse, um spontane Käufe zu fördern. Zudem wird darauf geachtet, dass teurere Produkte in Sichtlinie platziert werden.

Auch die Rangordnung der Produkte im Regal ist durchdacht:

  • Teure Markenprodukte und vor allem beliebte Produkte stehen meist auf Augenhöhe, wo sie am ehesten ins Blickfeld rücken.
  • Günstigere Alternativen befinden sich oft weiter unten oder in weniger auffälligen Bereichen.
  • Rechtshänder werden bevorzugt – hochpreisige Produkte stehen häufig auf der rechten Gangseite, weil die meisten Kunden automatisch dorthin greifen.

Grundnahrungsmittel stehen meist weit auseinander. Brot, Milch und Obst liegen oft an verschiedenen Enden des Marktes. Du gehst dadurch durch viele Regalreihen. Auf dem Weg siehst du zusätzliche Produkte und greifst eher zu.

Auch die regelmäßige Umgestaltung der Regale hat einen Zweck: Kunden sollen sich neu orientieren und dabei Produkte entdecken, die sie sonst nicht kaufen würden.

Die "Quengelware" an der Kasse
Wer kennt es nicht? Kurz vor dem Bezahlen lauern kleine Snacks und Spielzeuge – ideal platziert, um Kinder (und Erwachsene) zu Impulskäufen zu verleiten. Besonders Eltern kämpfen hier oft mit den Bitten ihrer Kinder. Diese Strategie funktioniert, weil unsere Selbstkontrolle nach dem Einkauf oft nachlässt und man lässt sich hier tatsächlich eher zu einem letzten Kauf überreden. 

Die Macht der Farben

Farben beeinflussen unsere Emotionen und somit auch unser Kaufverhalten. Supermärkte setzen daher gezielt Farben ein, um uns zu bestimmten Produkten zu leiten oder um uns in eine bestimmte Stimmung zu versetzen:

  • Rot und Gelb: Diese Farben signalisieren Sonderangebote und locken unsere Aufmerksamkeit.
  • Grün und Blau: Kühle Töne wirken beruhigend und können dazu führen, dass Kunden länger im Laden verweilen.
  • Bunte und auffällige Verpackungen: Sie sollen spontane Käufe auslösen, selbst wenn das Produkt ursprünglich nicht auf der Einkaufsliste stand.

Auch die Farben der Wände und des Bodens im Supermarkt werden gezielt ausgewählt, um eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen und das Kaufverhalten zu beeinflussen.

Musik und Düfte - unterschätzte Verkaufsstrategien

Die Musik im Supermarkt wird gezielt ausgewählt, um uns zum Verweilen und somit zum Kauf zu animieren. Langsame, ruhige Musik wirkt entspannend und sorgt dafür, dass wir länger im Geschäft verweilen. Schnell und laute Musik hingegen treibt uns unbewusst zur Eile an. 

Supermärkte verwenden oft bestimmte Düfte, um das Kaufverhalten der Kunden zu beeinflussen. Frische Backwaren, Kaffee und Blumen sind beispielsweise beliebte Gerüche, die Emotionen wecken und uns in Kaufstimmung versetzen. 

Der Geruchssinn hat einen großen Einfluss auf unsere Emotionen und unser Verhalten, was von Supermärkten bewusst ausgenutzt wird.

Digitale Angebote verstärken das Kaufverhalten

Apps und Kundenkarten zeigen persönliche Rabatte. Diese Angebote passen sich an dein Einkaufsverhalten an. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für zusätzliche Käufe.

FAZIT

Supermärkte setzen zahlreiche Tricks ein, um uns zum Kauf zu verleiten – von cleverer Produktplatzierung über gezielte Farbwahl bis hin zu Musik und Düften. Wer diese Strategien kennt, kann bewusster einkaufen und unnötige Spontankäufe vermeiden.

Dennoch: Einkaufen darf Spaß machen! Wer jedoch die Verkaufstricks durchschaut, trifft bewusstere Kaufentscheidungen – und spart am Ende vielleicht sogar Geld.

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