Kind vor Smartphone
picture alliance/dpa | Bodo Marks
Kind vor Smartphone
Richtiger Medienkonsum

Handy, Tablet & Co.: Ab wann wird es zu viel für Kinder?

Smartphones oder Tablets stehen immer öfter auf den Wunschlisten von Kindern. Ob zum Geburtstag, zu Ostern oder Weihnachten, der Nachwuchs wünscht sich technische Geräte. Wer seinen Kindern den Umgang mit digitalen Medien erlaubt, sollte aber besonders aufmerksam sein...

Zwei Stunden vor einem Bildschirm sind bereits schädlich

Wie das Portal T-Online unter Berufung auf eine im Jahr 2019 durchgeführte Studie der University of Alberta (Kanada) berichtet, genügen bei Kindern bereits zwei Stunden Bildschirmzeit am Tag, um eine Verhaltensauffälligkeit zu entwickeln. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden im englischsprachigen Fachblatt „Plos One“ veröffentlicht.

Insgesamt wurden die Daten von 3500 Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren ausgewertet. Dabei mussten die Eltern angeben, wie viel Zeit ihr Nachwuchs vor Fernsehbildschirmen, Videospielen und mobilen Geräten verbrachte. Außerdem gab es eine Checkliste, auf der das Verhalten in Kindergarten und Vorschule dokumentiert wurde.

Sportlich aktive Kinder sind seltener auffällig

Die Auswertung zeigte am Ende ein besorgniserregendes Ergebnis: So verbrachten die Kinder im Durchschnitt täglich etwa 90 Minuten vor einem Bildschirm. Bei rund 14 Prozent der Probanden betrug der Medienkonsum über zwei Stunden. Bei dieser Gruppe sehen die Forscher ein achtmal so hohes Risiko eine Verhaltensauffälligkeit wie etwa Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität oder auch ein grundlegend impulsives Verhalten zu entwickeln, als bei Kindern, die maximal 30 Minuten am Tag mit Medien zu tun haben.

Das Resümee der Wissenschaftler*innen zitiert das Portal so: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Vorschule eine kritische Phase für die Unterstützung von Eltern und Familien bei der Aufklärung über die Begrenzung der Bildschirmzeit und die Unterstützung körperlicher Aktivität sein kann."

Damit Kinder ausgeglichen sind und keine Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, eignet sich Sport im Allgemeinen oder in Vereinen besonders gut. Wer sich ausreichend bewegt, kann seine intellektuelle Fitness trainieren und vor allem aufrechterhalten. Dies gilt ausnahmslos für alle Altersklassen.

Niemals länger als 60 Minuten

Das Portal „Kindergesundheit-Info.de“ gibt Eltern einen groben Richtwert für den täglichen Medienkonsum ihrer Kinder. Zwischen 0 und 3 sollte demnach noch kein Kontakt zu Bildschirmmedien stattfinden.

Zwischen dem vierten und siebten Lebensjahr sollte die mediale Nutzung pro Tag bei maximal 30 Minuten liegen. Dabei sollten Eltern ihre Kinder stets begleiten. Ab dem Eintritt in die Schule bis etwa zum elften Lebensjahr sollten 60 Minuten pro Tag vor Bildschirmen jeder Art nicht überschritten werden.

Außerdem gilt: Während dem Essen oder vor dem Schlafengehen sollten digitale Medien und Fernsehen tabu sein. Nur so ist garantiert, dass Körper und Geist zur Ruhe kommen. Smartphones können Schlafstörungen und sogar Depressionen bei Kindern hervorrufen, heißt es unter Berufung auf eine weitere Studie der Stony Brook University New York.

Wie sieht es mit dem Medienkonsum von Jugendlichen aus?

Abschließend heißt es, dass der intensive Gebrauch der digitalen Medien bei Teenagern negative Auswirkungen auf deren Entwicklung hat. Dabei beruft sich das Portal auf eine Beobachtungsstudie der University of Southern California aus dem Jahr 2018, bei der die Mediennutzung von 2500 Schülern im Altern von 15 und 16 im Fokus stand.

Nach einem Zeitraum von zwei Jahren zeigten demnach 4,6 Prozent der Schüler mit geringem und 9,5 Prozent mit einem mäßigen Digitalkonsum ADHS-Symptome. Darüber hinaus hatte jeder Zehnte Studienteilnehmer, der mehrere Stunden pro Tag am Smartphone verbrachte, Schwierigkeiten bei der Organisation und Ausführung von Aufgaben oder fiel durch starke innere Unruhe und fehlende Ausdauer auf.

Das Ergebnis der Studie fiel bedenklich aus und liefert den Beweis, dass Kinder und Jugendliche durch missbräuchlichen Medienkonsum auf Dauer krank werden. Eltern sind angehalten, ihren Nachwuchs im digitalen Alltag zu begleiten und feste Bildschirmzeiten zu vereinbaren.

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