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Zentralrat der Juden: "Hitler-Glocke" gehört ins Museum

Die mit einem Hakenkreuz-Relief versehene «Hitler-Glocke» aus der Kirche von Herxheim am Berg sollte nach Ansicht des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, ins Museum.

«Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass eine solche Glocke überhaupt in einer Kirche hängen geblieben ist», teilte Schuster am Dienstag mit. «Noch weniger Verständnis habe ich dafür, dass es offenbar heute noch Menschen gibt, die eine positive Einstellung zu dieser Glocke haben.»

Um die 1934 aufgehängte Glocke, die auch die Aufschrift «Alles fuer's Vaterland Adolf Hitler» trägt, gibt es seit Monaten Diskussionen. Sie hängt im Turm der protestantischen Kirche, gehört aber der politischen Gemeinde. Schuster sagte, die evangelische Kirche habe sich schon vor vielen Jahren zu ihrer Verstrickung in den Nationalsozialismus bekannt und sich davon distanziert.

«Hier ist die evangelische Kirche gefordert, ihren Worten auch Taten folgen zu lassen.» Der Herxheimer Bürgermeister Ronald Becker (Freie Wähler) ist unterdessen wegen relativierender Äußerungen über die Glocke und die NS-Zeit weiter unter Druck.

 

Quelle: dpa

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