Schum-Stätten in Speyer, Worms und Mainz sind Welterbe

Zum ersten Mal hat die Unesco jüdisches Kulturgut in Deutschland ausgezeichnet. Sie zeichnete die sogenannten Schum-Stätten Mainz, Worms und Speyer als Welterbe aus.

Auch der Niedergermanische Limes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches wurde als neues Welterbe eingestuft. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) traf die Entscheidungen überraschend noch am Dienstag auf seiner Sitzung im chinesischen Fuzhou. 

Die Schum-Stätten Mainz, Worms und Speyer in Rheinland-Pfalz sind Orte des jüdischen Mittelalters und werden auch «Jerusalem am Rhein» genannt. Schum ist eine Abkürzung aus den mittelalterlichen hebräischen Anfangsbuchstaben der Städte. In Mainz gehört der Alte Friedhof zum Erbe des jüdischen Volkes. Rund 1000 Jahre nach den ersten Beisetzungen sind noch viele historische Grabsteine zu finden. Auch in Worms gibt es einen jüdischen Friedhof, zudem ein Viertel mit
Synagoge, Ritualbad (Mikwe) und Museum. Speyer hatte ein ähnlich reiches jüdisches Gemeindeleben.

«Es ist ein sehr, sehr großer Erfolg», sagte Innenminister Roger Lewentz. Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde von Mainz und Worms, Anna Kischner, sprach von einem Tag großer Freude. Sie hoffe, dass sich der Blick der nun erwarteten Touristen weite für die Schönheit der jüdischen Kultur und dass sie dann Botschafter werden könnten «für die jüdischen Leute, die heute hier am Rhein leben».