Verstappen gewinnt Chaos-Sprint in Singapur
Der letzte Sprint des Jahres hat es in sich. Gleich neun Autos fallen auf dem nassen Straßenkurs in Singapur aus - darunter der WM-Zweite. Max Verstappen siegt.
Der letzte Sprint des Jahres hat es in sich. Gleich neun Autos fallen auf dem nassen Straßenkurs in Singapur aus - darunter der WM-Zweite. Max Verstappen siegt.
Im wilden Regen-Chaos von Singapur hat Max Verstappen das letzte Sprintrennen dieser Formel-1-Saison gewonnen. Nach mehr als 30 Minuten Start-Verspätung wegen heftiger Schauer auf dem Marina Bay Street Circuit und gleich neun ausgeschiedenen Autos setzte sich der viermalige Weltmeister im Red Bull vor Ferrari-Star Lewis Hamilton durch.
US-Medienpersönlichkeit Kim Kardashian drückte Hamilton in der Scuderia-Garage die Daumen. Dritter in einem stürmischen Mini-Event über 100 Kilometer wurde Charles Leclerc im zweiten Ferrari. Spitzenreiter Kimi Antonelli im Mercedes wurde Vierter und baute seinen Vorsprung in der WM-Wertung auf Pechvogel George Russell auf 89 Punkte aus. Nico Hülkenberg staubte im Audi als Siebter sogar noch zwei Zähler ab.
Russell: «Sorry, sorry, sorry»
Es war irre. Den verspäteten stehenden Start nach zwei Formationsrunden hinter dem Safety Car gewann Mercedes-Pilot Russell sogar und verwies noch vor der ersten Kurve Pole-Mann Verstappen auf den zweiten Platz. Dann der Schock schon in Runde zwei für den Engländer, der beim Rennen in Malaysia vor einer Woche auf Rang drei liegend kurz vor dem Ende von einem Motorschaden ausgebremst wurde.
Nun verlor er ausgangs der letzten Kurve auf noch nassem Untergrund die Kontrolle über seinen Mercedes, drehte sich quer über die Strecke und demolierte sich das Heck. Das Aus. «Sorry, sorry, sorry», funkte Russell, der gleich drei Sprints in diesem Jahr gewinnen konnte.
«Es war ein Fehlurteil von mir. Ich hatte mehr Power von der Batterie als ich dachte. Es tut mir sehr leid für das Team, es ist ärgerlich.» Der WM-Zweite Russell verliert immer weiter an Boden. Im Grand Prix am Sonntag muss er wegen eines regelwidrigen Wechsels der Power Unit vom Ende des Feldes starten. Die beiden Ferrari-Fahrer Hamilton und Leclerc reagierten bei dem Unfall von Russell blitzschnell und umkurvten den gestrandeten Mercedes.
Hadjar und die aufgebrachten Streckenposten
Gelbe Flaggen wurden geschwenkt, das Safety Car kam auf den Asphalt. Russells Wagen musste mit einem Kran geborgen werden, Verstappens Teamkollege Isack Hadjar musste ebenfalls aufgeben. Vermutlich wegen eines Defekts an der Power Unit. Der junge Red-Bull-Pilot musste von den Streckenposten wild mit den Armen wedelnd aufgehalten werden, weil er zu weit in die Notausfahrt hereingefahren war.
In Runde sieben von 20 kehrte das Safety Car in die Garage zurück. Verstappen gab vor Hamilton und Leclerc Gas. Und der Niederländer, der sich tags zuvor in einer chaotischen Qualifikation mit nachträglicher Vorladung zu den Rennkommissaren wegen eines fragwürdigen Überholmanövers den ersten Startplatz gesichert hatte, diktierte souverän das Tempo. Auf der letzten Runde kamen sich noch die McLaren-Fahrer Lando Norris und Oscar Piastri in die Quere und drehten sich. Norris rettete sich immerhin noch einen Zähler. Piastri war raus.
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